vademekum zu apesh*t

Das Hiphop-Gesamtkunstwerk, als welches wir die öffentlich ausgetragene Beziehungs- und Identitätskrise der Eheleute Carter bestaunen dürfen, hat nach Beyoncés “Lemonade” und Jay-Zs “4:44” ein drittes Kapitel: “Everything is Love“. Liegt eine damit abgeschlossene Trilogie vor? … Auf sehr altdeutsche Weise scheint sogar der Hegel’sche Dreischritt draufzupassen – von den “privaten” Emotionen der Alten (These) über die öffentliche Existenz ihres Hawis (Antithese) zur äh öffentlichen Zweisamkeit (Synthese).

Bereits für die beiden Soloalben galt, dass das Aushandeln privater-körperlicher-emotionaler Sachverhalte über die Bande von Einträgen in den Diskurs afroamerikanischer Identitätspolitik/en gespielt wurde – oder man liest’s umgekehrt, und das körperliche/emotionale Zeug ist nur als Begründungszusammenhang für pop-politisch/diskursiv intendierte Hervorbringungen da … Jedenfalls ist, was wir da haben, IdPol.

Jetzt kann man ja die konsequente IdPol-Haltung, wie sie vor allem in 4:44, und da wiederum vor allem in der Story of O. J. zu Tage tritt, fehlgeleitet finden: insofern sie sich zusammenfassen lässt als die Hoffnung, es ließe sich der blanke Kapitalismus gegen den gesellschaftlich verankerten Rassismus ausspielen; es könnte “Erfolg” zuerst individuell errungen und erst dann per auch ethnisch vermittelter Solidarität weitergegeben werden; es wäre, in letzter Konsequenz, an der real-oarschigen Klassenherrschaft hauptsächlich zu kritisieren, dass in den Aufsichtsräten und schicken Speckgürtelsiedlungen nicht eine genau paritätisch aufzuschlüsselnde Anzahl von Vertretern der verschiedenen ethnischen und religiösen Herkünfte bzw. der diversen Gender-Identities sitzen; als würden solche Ansätze nicht alles das, was sie loszuwerden antreten, erst recht zementieren, und zugleich noch die wahre Ungleichheit, den wahren Missbrauch im Kapitalismus als Naturgesetz verewigen …

Das kann man wie gesagt so sehen und auf Jay-Zs oben verlinkten, hervorragenden Track über O. J. einwenden. Man kann’s sogar noch viel weiter auseinanderklamüsern. Aber so hinterfragbar jede Theorie ist, so unhintergehbar als ästhetisches Dings eigenen Rechts zu behandeln ist die je ihr zugehörige Kunst. Die Katholiken beispielsweise können mit Fug und Recht sagen: “Wir haben keine Argumente mehr, aber kuckt mal: die Sixtinische Kapelle!” Ganz ähnlich verhält es sich nun mit der beschriebenen schwarzen/u.s.-liberalen/kapitalistischen IdPol einerseits und andererseits diesem Video, das als erster Auszug von “Everything is Love” auf Youtube erschienen ist – “APES**T“. Mit ihm ist nicht zu argumentieren. Es ist in seiner Spannweite, seiner Klugheit und seiner Wucht bloß pflichtschuldigst zur Kenntnis zu nehmen. Und das bedeutet auch: es sind die gezielt gesetzten kunsthistorischen Verweise des Videos mitzudenken.

(Ich warte hier, bis Sie, geneigteR LeserIn, das Video auch tatsächlich gesehen haben … fertig? – Gut:)

Wo sind wir? – (Zwischendrin …

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das gleichnis mit dem holzscheit. teil 2

was bisher geschah: in einem white cube mit „einer vielzahl österreichischer intellektueller“ darin erscheint als mene tekel, flammenschrift, ein textauszug aus dem neuen album des schlagersängers a. gabalier, in dem dieser die freuden der heimatlichkeit auf das denkbar stumpfsinnigste besingt, und zwar so, dass es von „ideologiekritischer“ parodie nicht mehr unterscheidbar ist. wir malen uns aus, wie die versammelten homini litterae reagieren – verfallen sie in panik und prügeln sich? kooperieren sie? vor allem aber: was ist das für ein erbärmlicher schaas, den sie da lesen müssen, wo kommt er her und was sagt er ihnen?

bevor die meisten österreichischen intellektuellen in jenem weißen weiten raume noch wirklich reagieren können auf die geisterhafte schrift vor ihnen an der wand – ja bevor sie’s fertiggelesen haben, das gedicht, das ihnen mit dem schlag der kuckucksuhr erschienen – passiert, mit den worten von wolf haas (ebenfalls im raume anwesend), schon wieder was:

irgendwo dröhnen motoren, nichtwahr, und ein jeder (…)

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das gleichnis mit dem holzscheit. teil 1

es hängt eine vielzahl österreichischer intellektueller in einem leeren weissen raum herum. man nimmt abwechselnd die rodin’sche denkerpose am jeweiligen kaffeetischchen oder den klassischen kontrapost ein; zweiterer bringt mit sich, dass die kolleg*innen mit ausdrucksvollen augen in eine ferne schauen, die sie wohl hinter (oder schlimmstenfalls in) jener weißen wand vermuten.

aus einem nebenraum ist leise, aber mit bestimmtheit eine kuckucksuhr zu hören. sie schlägt uns die stunde.

robert menasse runzelt die stirn. stefanie sargnagel hat vom herumsitzen einen krampf und schüttelt ihren linken unterschenkel aus. hans rauschers blick bringt zum ausdruck, dass er nicht weiß, wie er hier herein geraten ist. er hört auf, zu posieren, und macht sich auf die suche nach dem ausgang. zu diesem behuf quatscht einige kolleg*innen an, aber sie ignorieren ihn. jemand lässt, ganz anderswo im raum, einen hohen, langgezogenen pfurz. niemand in jener ecke bewegt sich auch nur einen millimeter. ronald pohl und michael scharang beäugen sich mißtrauisch.

hans rauscher hastet nun immer schneller hin und her. dabei stößt er in seiner hektik petra ganglbauer um, die auch bloß leise flucht. es scheint keinen ausgang zu geben. die wände sind glatt und weiß. die bodenkante entlang ziehen sich gute dichtungen. hahi haha.

hans rauscher sieht die vergeblichkeit seines treibens ein und belästigt niemanden mehr.

die meisten österreichischen intellektuellen verhalten sich still. was sollen sie auch tun. schön schaun sie aus. melodisch wabert, wie das meer, ihr atem.

mit dem letzten schlag der kuckucksuhr erscheint nun an der weißen wand eine flammenschrift:

groß ist nun das heulen und zähnefletschen. was wird weiter geschehen?

wird man (…)

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Bild: Facebook-Screenshot nach einem Artikel in der Printausgabe des Standard, hier -> auf derstandard.at nachzulesen, Text: Andreas Gabalier.

richtige literatur im falschen #4

freitag, 08. 06., und samstag, 09. 06. 2018 | LWL industriemuseum zeche zollern | dortmund | –> programm <–

 

Nach Tagungen im Berliner Brecht-Haus (2015 und 2016) und im Forum Stadtpark Graz (2017) trifft sich das Netzwerk „Richtige Literatur im Falschen“ im Dortmunder Fritz-Hüser-Institut. Dieser Arbeitszusammenhang  aus Schriftstellerinnen und Schriftstellern beschäftigt sich mit der Lage der Literatur und ihrer Autoren im globalen Kapitalismus der Gegenwart. In Fortsetzung dieser drei bisherigen Symposien soll es 2018
darum gehen, die bisherigen Debatten zu „Realismus“ und „Zukunft“ zusammenzuführen.

Die konkreten sozialen Verhältnisse in unser heutigen ausdifferenzierten Klassengesellschaft sollen mithilfe von sozial-, politik- und kulturwissenschaftlichen Gastreferent_innen präzise in den Blick genommen werden, um welthaltiges Schreiben in der Gegenwart zu ermöglichen sowie die in diesen widersprüchlichen Verhältnissen schlummernden Zukunftspotenziale – die kleineren und die größeren Utopien – zu identifizieren.

die dritte halluzination / zur lage der nation: gartengnome, powerpoint und facebook

Zwei sorgfältig animierte Gartengnome mit detailgetreu im sanften Wind wippenden Wichtelmützen betreten den Parkplatz vor dem Vorgarten vor dem Mehrparteienhaus. Aus den zahlreichen Rosen- und Hortensienbüschen am Zaun dringt vielstimmig, gerendert als ein Summen von Insekten und ein Tirilieren von Vögelchen zugleich, das Eurovisions-Thema (“Dà-dáaa dáda dáaa-dàaa dáaa-dàaa / dáaa dádà dàdádá dàdàdádádà …”) und verstummt erst, da die beiden Gnome das Setup ihrer nun anstehenden Powerpoint[TM]-Präsentation abgeschlossen haben.

Es haben sich etliche größere Käferchen versammelt, um sich den Vortrag anzusehen, außerdem ein paar leicht zernepften Elfchen aus dem nahen Wäldchen, weiters zwei von den Kinderchen da aus dem Hause nebst Schoßhündchen, Kätzchen, Püppchen (das letztere in einem Leiterwägelchen, welches die Kinder nur mitgebracht haben, damit es die älteren Leser*innen umso unwiderstehlicher an ihre alten Kinderbilderbüchlein erinnere).

Effekthaschend schnepft einer der beiden Gnome mit einem Zeigestab auf die Leinwand, als dort die erste Powerpoint[TM]-Slide erscheint. Mit jeder neuen Slide klescht der Zeigestab des Gnoms erneut auf die Leinwand, sein Mützchen wippt dazu, und die Vögelchen in den Hortensienbüschen machen Soundeffekte. Ansonsten herrscht Stille überm Parkplatz. Angestrengtes Mitlesen setzt ein:

Überschrift: Warum Facebook oarsch für das gedeihliche Zusammenleben ist. Ein Beispiel.

Wir sehen einen Facebook-Thread, der mit dem Screenshot aus einer anderweitigen Unterhaltung beginnt, genauer: mit einem Zitat der Geschäftsführerin einer Bezirksorganisation der Jungen Volkspartei. Dieses Zitat (…)

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hausacher stadtschreiber-tagebuch (9) – re: kein schwarzwaldgedicht

Ach du zauberische Starkstrominfrastruktur, unter den Frühlingswiesen trafowärts surrend, und ach du sehr geehrte gute Blumenduftluft! Es sagt zu mir die Nachbarin von gegenüber meiner Hausacher Gastwohnung, ich soll mich melden, wenn ich mal ein Schwarzwaldgedicht fertig habe. Ich aber habe so etwas nicht wie ein Schwarzwaldgedicht. Oder, mit den Worten des (auch) Portraitmalers Otto Dix, »schön werden’s bei mir nicht«, und deshalb lass ich’s dann meistens lieber bleiben, Landschaften-als-solche und die Leute in den solchen Landschaften zu besingen. Was können, beste Kabel, die schon dafür?

Sagen wir (summsummsumm) es kommen als Schwarzwald-Besingsang-Thema die Greifvögel in Frage …

gesprächsverlauf, betreffend 1 dissens, betreffend 1 weiße fahne

erstens: frage: worum geht es? antwort: um das da auf dem bild:

zweitens: 20. 04., stefan schmitzer: weiße fahne, schwarzes herz, zensur

drittens: 23. 04., barbara steiner: Diskurs? Diskurs! Zur„Weißen Fahne“ von TEER

viertens: hier/jetzt:

Sehr geehrte Barbara Steiner!

Vorweg: Danke für Ihre Antwort auf die von mir vorgebrachte Kritik; es macht einen großen Unterschied, ob ich in den zufälligen Hallraum einer abstrakten Leser*innenschaft hinein über eine Arbeit spreche, oder ob es sich um ein Gespräch mit einer konkreten anderen Person handelt.

Dann: Bevor es hier um die “Weißen Fahne” selber gehen kann, komme ich nicht umhin, über das Reden über das Reden zu reden1, dh. auf die Postskripten Ihrer Antwort mich einzugen. In Postskriptum 2 schreiben Sie zum Einen:

Warum nimmt der Autor vorauseilend an, dass wir als Kunsthaus an “ernstlichen Gesprächen” nicht interessiert seien? Das Gegenteil ist der Fall.

Nun nimmt der Autor das nicht an und schreibt das auch nirgends. Worauf jene Textstelle sich – wie ich gehofft hatte, deutlich und ausschließlich genug – bezieht, ist der bekannte Typus von Gesprächsverläufen auf z. B. Facebook, der sich oft genug entfaltet: Jemand erfrecht sich, die Richtigkeit oder Angebrachtheit irgendeiner Äußerung in Frage zu stellen, und die Antwort ist eine Abdichtung jener Äußerung gegen die Kritik, indem diese Kritik als “Intoleranz” bzw. “Zensur” identifiziert wird. Es finden sich mehrere gute Beispiele dafür auch unter dem Link zur “Weißen Fahne” auf der Facebookseite des Kunsthauses (was freilich nicht den Kurator*innen anzulasten ist; sagt auch niemand).

Im Postskriptum 1 hinwiederum fragen Sie, ob es nicht

ziemlich diskreditierend [sei] Künstlern (TEER), die sich engagiert und auch kritisch mit gesellschaftlichen Fragen (ob Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen am öffentlichen und kulturellem Leben oder das Erbe des Nationalsozialismus) befasst haben und befassen (wie Wolfgang Temmel) so salopp, quasi im Darüber huschen, „Trickreichtum“ zu unterstellen?

… und das, ‘tschulligen, geht davon aus, es wäre “Trickreichtum” schlecht und nicht gut, das Wort selbst sei schon Polemik, und – was mir am Wenigsten einleuchtet – es gäbe einen Gegensatz zwischen gesellschaftlichem Engagement und der “trickreichen” Beherrschung künstlerischer Stilmittel. Wenn die Rezension über einen meiner eigenen Gedichtbände so beginnen würde wie mein Text über die “Weiße Fahne” –

Trickreich trickreich, bzw. “g’lernt is’ g’lernt”, wie durch so einfache Mittel […] dieses Überangebot an Interpretationsoptionen (…)

– dann wüsste ich zwar, gleich kommt das “aaaber” des Kritikers, doch immerhin seinen ersten Satz kann ich auf der Habenseite verbuchen … Nicht nur habe ich nichts gegen Wolfgang Temmel oder TEER – wie käme ich auch dazu? – ich maße mich auch nicht an, ernstlich etwas über die ursprüngliche Arbeit von 1987 zu schreiben.

Da alles dieses abgehakt ist – zur Sache selbst: Weiße Fahne 2018.

Ich schrieb, ich fände ein Hakenkreuz im öffentlichen Raum, kontextunabhängig, auch als Swastika gedreht, unerträglich; und wies darauf hin, dass das Spiel mit Ambivalenzen und unscharfen Bedeutungen 2018 – anders als 1987 – nicht mehr bloß eine legitime ästhetische Strategie ist, sondern auch als ein Machtmittel von ungeniert öffentlich präsenten Rechtsradikalen funktioniert; ich biete als ein Beispiel dieser Ambivalenzen das Wort “Ethnopluralismus” aus dem Vokabular der Identitären an, aber es gäbe da noch so viel mehr. Sie antworten u.a.:

Die von TEER verwendeten Symbole (Kreuz, Pentagramm, Hexagramm, Hammer und Sichel, Swastika) sind nicht austauschbar, und schon gar nicht unschuldig, dazu haben sich bestimmte Bedeutungen viel zu sehr ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Jedes Symbol ist auf seine Weise kontaminiert, bei jedem haben sich im Laufe der Zeit bestimmte Bedeutungen (Hakenkreuz überlagert Swastika) in den Vordergrund geschoben und andere überschrieben. Dies hängt aber wesentlich davon ab wer mit welchem persönlichen und kollektiven Hintergrund wie darauf schaut.

Ich stimme Ihnen vorsichtig zu, gebe aber zu bedenken, dass in jenen letzten zwei Sätzen ein ganzer Berg an geschichtsphilosophischen Unwägbarkeiten eingefaltet ist; unter ihnen besonders wichtig die Frage, ob manche dieser Bedeutungen und persönlichen Hintergründe objektiv besser als andere dazu geeignet wären, gesellschaftliche Desiderata zu formulieren – oder ob das eben nicht so ist.

Klarer wird der Unterschied in unseren Auffassungen von Kunst in der Welt bzw. Welt in der Kunst, und damit auch von den je anzuwendenden Maßstäben, an anderer Stelle:

Den Vorwurf wir möchten den „Schrecken ‚fester Standpunkte und Ideologien’ hinter uns lassen, kann ich nicht entkräften. Natürlich kann ich jetzt nur für mich sprechen. Feste Standpunkte und Ideologien haben genau zu jenen Desastern geführt, die mit den hier gezeigten Symbolen verbunden sind: zu Kreuzzügen, Arbeits- und Vernichtungslagern, kriegerischen Konflikten, Menschenverachtung, Zerstörung und Tod. Eine ethische Haltung haben, sich verantwortungsvoll gegenüber Mitmenschen zu verhalten, sich sozial engagieren, ja unbedingt, aber wenn fester Standpunkt bedeutet buchstäblich unbeweglich zu werden, Annahmen über andere zu treffen, sich diesen „anderen“ nicht aussetzen zu wollen, Behauptungen in die Welt zu posaunen, Wertschätzung und Höflichkeit vermissen lassen – dann nein. Das erzeugt Verhärtungen und Frontbildungen, und das erscheint mir keine gesellschaftliche Perspektive zu sein.

Mir scheint, wir fürchten beide ein derzeit akut drohendes Abbrechen der Gespräche – den Niedergang der öffentlichen Sphäre. Ihnen, wenn ich richtig lese, erscheint dabei die Gefahr der unvermittelten Konfrontation bedrohlicher; mir dagegen die Gefahr, dass reale, materielle Frontbildungen sich verschlimmern, wenn sie unerkannt-unausgesprochen-unaussprechlich bleiben.

Und auf der Grundlage dieser Standortbestimmungen (oder halt anderer Standortbestimmungen, falls meine falsch sind) ließe sich dann im Einzelnen über die künstlerisch-ästhetische Dimension der “Weißen Fahne” und ihre politischen Implikationen reden – also: Reden, nicht schreiben – und unser Dissens da sich immer genauer beschreiben. Bis er ggf. produktiv wird, der Dissens.


1 Ist das schon ein Sachzwang unserer Internet-Textkultur, deren Goldgrund unter den Diskursen vielleicht nicht den wichtigsten Unterschied zum ’87er-Kontext um TEERS “Weißen Fahne” darstellt, aber doch mindestens einen deutlich sichtbaren? – dass jeder Text immer gleich mehrererlei Sets Metadata mitliefert, als sei er ein MP3-Track; und man diese besser gleich absortiert, bevor es mit ihnen verwirrend wird …

weiße fahne, schwarzes herz, “zensur”

Diese Installation der “Weißen Fahne” von Wolgang Temmel und Fredo Ertl vor dem Kunsthaus … Trickreich trickreich, bzw. “g’lernt is’ g’lernt”, wie durch so einfache Mittel – vermittels einer weißen Fahne, eines (vermutlich) Videobeamers und fünfer einfacher Symbole – dieses Überangebot an Interpretationsoptionen vor und neben das Kunsthaus platziert wird …

Nämlich erstens: Eine weiße Fahne, für sich genommen also ein noch unbearbeitetes Stück Stoff, das tausende Möglichkeiten bietet, aber im kulturell lesbaren Kontext selbst bereits Symbol, nämlich Symbol der Kapitulation (ohoho) vor was auch immer …

Zweitens: Die Symbole, Pentagramm – Halbmond – Davidsstern – Swastika – Hammerundsichel – Kreuz, wie sie, laut dem Erläuterungstext auf der Kunsthaus-Homepage, “Macht” repräsentieren; und ach sieh mal, wenn wir sie auf die Fahne projezieren, dh. in gerade diesen vorgegebenen Kontext setzen, erscheinen sie plötzlich austauschbar, und Macht-selbst, Formgebung-selbst, Grenzziehung-selbst ist, was (einen unschuldig-amorphen Urzustand be-) siegt …

Dann drittens: Dass das, was von der gegenständlichen Fahne tatsächlich unschuldig-weiß bleibt, grade die Form der Machtsymbole ist, und das Drumherum dagegen sich verdunkelt, sich also auch noch die ambivalente Leseoption auftut, es wäre in Wahrheit die jeweilige Machtvariante, Machtausübungsvariante, indentifizierte Gruppe, die kapituliert … Es kapitulierten mithin alle, alle Menschen, weil “wir alle” als Machtsymbolbesitzer irgendeiner Art uns sehen, irgendwelchen Gruppen angehörten usw. …

Viertens hinwiederum: Dass dieser ganze bis hierher geschilderte Interpretationssalat eine historische Dimension hat; dass die Arbeit 1973 schon einmal, und in ein ganz anderes Graz gestellt worden war damals. Wir fragen uns dementsprechend, ob uns die Kurator*innen des Kunsthauses damit wohl sagen wollen, es sei diese ganze triumphale “Weiße Fahne” der Unbestimmtheit und Ideologieskepsis inzwischen – 2018 – wiederum als historische zu einem Machtsymbol auf dem amorphen Untergrund des Stadtraums-im-Wandel geworden … Bzw. es habe irgendeine andere Sorte Sieg/Niederlage/Formbestimmung stattgefunden an der Ecke, wo wir die Fahne stehen sehen … oder sind das schon Überreizungssymptome auf unseren Kunstschnöselgehirn-Temporallappen?

Wie gesagt: G’lernt is’ g’lernt. Die “weiße Fahne” ist als Kunstwerk und Gegenstand kuratorischen Zugriffs durchaus nicht uninteressant; erzielt viel Bedeutung mit wenig Aufwand. Gleichzeitig ist sie unerträglich, genauer: ist es unerträglich, wenn …

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hausacher stadtschreiber-tagebuch (7) – re: thomas bernhard

Das werden Sie nicht wissen, verehrter Eichenbaum ganz oben auf dem Burgberg (… der heißt doch Burgberg, oder; also: hinten rauf das Gipfelchen?); das wird auch Sie, oh Relieffigur auf jener alten Quelleneinfassung, wo ich mich jüngstens wiederfand, kaum interessieren, aber: stellen Sie sich einmal vor:

Es war einmal ein österreichischer Schriftsteller, der hieß Thomas Bernhard. Thomas Bernhard war zwar ungesund fasziniert von jenen Restchen adeliger Lebenskultur in Österreich, denen weder die erste Republik, noch die Hitlerei, noch auch das Habsburgergesetz der zweiten Republik den Garaus hatten machen können (Kurzfassung: »Auf dem Papier« gibt’s zwischen Neusiedler- und Bodensee keine Adeligen mehr.

Du kannst Dich »Graf« oder »Freifrau« oder so nennen ODER Du kannst Österreicher sein, nicht beides; aber nicht alle Schlösser und nicht alle angestammten »Verhältnisse« wurden restlos genug entsorgt; auch gibt es Kreise, die das Verbot schlicht ignorieren – das sind dann freilich anders Gestörte als Ihre-hier p. t. bundesdeutschen Blaublüter, aber von dieser Schrulle abgesehen war der Thomas Bernhard eine stabil erfreuliche Figur, verlässlich gegen das Schlechte und für das Gute (das heißt in Österreich: Eh gemütlich gegen alles).

Für zwei Eigenheiten waren seine Bücher besonders bekannt: Erstens die besonders langen, absichtlich komplizierten Sätze, und zweitens die besonders wiederholten, absichtlich abstrusen Übertreibungen. Seine Bücher waren meistens tendenziell lustig gemeint und wurden stets verlässlich als feierlich-dramatisch-ernsthaft missverstanden. (Auch, weil sein Sinn für Humor äh . . . wenig mehrheitsfähig war – und Bernhard hat’s den Leuten natürlich nicht ausgeredet, seine Bücher ernst zu finden . . . war ja sein Geld.)

Anyway. Es schrieb der Bernhard mehrere Theaterstücke. Eins davon hieß »Heldenplatz«. Darin ging es um alte und neue Nazis in Österreich; um die Begeisterung »der Leute« auf dem, wenig überraschend, Heldenplatz in Wien, anlässlich des Anschlusses ‹38; darum, wie der Unfug in Familienstrukturen fortlebt. Es wurde damals, bei der Uraufführung im Burgtheater, protestiert; gegen die »Nestbeschmutzung« durch die »Elitenkultur«, die Herablassung »der Intellektuellen«, die glaubten, sie seien was Besseres, und für die offenbar ein jeder Patriot ein Nazi sei.

Beispielsweise standen auf dem Balkon und in den Logen damals junge Menschen mit lustigen Fantasieuniformen, die das Stück aus den genannten Gründen ausbuhten (und immerhin: sie ließen sich’s den Preis je einer Eintrittskarte kosten). Einer dieser damals jungen Menschen ist lustigerweise der jetzige Vizekanzler der Republik Österreich – wie das Schicksal so spielt, nichtwahr, Schwarzwald-Wald? –, der auf anderen privaten Fotos aus jener Lebensphase zu sehen ist bei paramiltärischen Übungen, pardon, falsch, das heisst ja jetzt »beim Paintballspielen«.

Übrigens: Eine der bekannteren der besagten Übertreibungen von Thomas Bernhard, du lieber Eichenwald ob der Hausacher Burg, stammt nicht aus »Heldenplatz«, sondern aus dem Dramolett »Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen«. Sie ermöglicht dort, als eine besonders erkennbar übertriebene Übertreibung und obendrein besonders lustig verkürzte Verkürzung, dass sich der »Nestbeschmutzer« Bernhard über seine eigene Rolle im zeitgenössischen Österreich von 1986 lustig machen konnte. Wir lassen, 2018, die übertriebene Übertreibung mal so stehen, du liebes Blätterwerk im Frühlingslicht, und kontemplieren die Veränderlichkeit der Verhältnisse, ja?

PEYMANN (tritt mit mir in die Zauberflöte ein, und wir setzen uns, nachdem er die Speisekarte gelesen und sich etwas ausgesucht und sich in der Zauberflöte umgesehen hat): Wer ist denn das?
ICH: Der Vizekanzler / ein Nazi (…)
PEYMANN: Und die dort?
ICH: Das sind lauter Nazis.
PEYMANN: Und die andern?
ICH: Das sind lauter Dummköpfe und Nazis.
PEYMANN: Und die Kellnerin?
ICH: Die ist katholisch und kennt alle und weiß von nichts.
PEYMANN: Na dann bestellen wir doch einfach Rindsuppe […]

hasuacher stadtschreiber-tagebuch (6) – re: “zu attraktiv”

Ach Monsignore Tagpfauenauge! Ihro Unnahbarkeit, Infantin Zitronenfalter! Hochwohlgeschlüpfte Hummelkönigin nebst kommendem Hofstaat im Garten vor dem Molerhiisle! Es ist ja so, dass der Menschen Lebenszeit begrenzt ist, ganz wie die Eure, bloß so viel schlimmer, wie unser Bewusstseins von dieser Begrenztheit uns so giftig sticht, nicht wahr … und da ist es zum Beispiel mir, zum Beispiel hier, beinah unmöglich (weil nämlich, angesicht des unerbittlichen Tickens der Sekundenzeiger überall, unsagbar wurscht) – noch einmal die ganz genau korrekte Quelle für den jüngsten, oder auch den zweit-, oder den siebtjüngsten Unfug rauszusuchen, den die politische Kaste in Österreich gerade wieder mal verzapft oder gemacht hat.

Welches der genaue Kontext war, in dem Bundeskanzler Sebastian »Die Kindliche Kaiserin« Kurz höchst persönlich davon sprach, es wären unsere Sozialsysteme »viel zu attraktiv für Migranten« – was weiß ich jetzt noch. Meint er mit »uns« Österreich, meint er ganz Europa? Es ist mehr als zwei Tage her und gar zu doof. Man kanns googeln, meine lieben Schmetterlinge und Bienenartigen. Ich muß deshalb nicht. Ich muss mich bloß mit dem Gedanken anfreunden, dass das alles noch ziemlich ungemütlich wird … wobei: Meine ich Österreich? Meine ich Europa? …

Lassen wir uns das auf der Zunge, dem Schmetterlingsrüssel, dem Hummelmund zergehen: »Unser Sozialsystem ist zu attraktiv für Migranten.« Jetzt unabhängig von migrationspolitischen Maximen, unabhängig selbst von so semantischen Pingeligkeiten wie dem Rechtsstaat – wenn Kurz just mit diesen Worten ausdrückt, was er glaubt, dass es die Mehrheit denkt – merkt er nicht, was er da sagt?
nämlich: »Lieber pleite als gastfreundlich?« …

oder: »Lieber die Alpentäler voll verarmter Inzuchtopfer, die nie der ungeheuerlichen psychischen Belastung ausgesetzt waren, einen Kerl aus Nigeria aus der Nähe zu sehen, als dass am End’ einer, dessen Urgroßeltern nicht von hier sind, eine Impfung gratis kriegt!«

beziehungsweise.: »Schatz, lass uns die Kinder täglich grün und blau schlagen, dann kommen sie nicht auf die Idee, Schulfreunde nach Hause einzuladen, und wir haben eine Ruh’!«

oder: »Au ja, wennn ich mitten in mein Wohnzimmer scheiße, werden die letzten Gäste wohl endlich gehen!«

(oder er merkt’s; und eben drum sagt er’s? Aber wer wäre dann der Adressat? Was wäre der Gewinn?)

(Nebenbei: Eine zweite, ganz anders geartete Vorkommnis des Gedankens, da wäre was »zu attraktiv«, ist in der österreichischen Innenpolitiksimulation des letzten Jahrzehnts aktenkundig. Karl-Heinz Grasser, ehemaliger Finanzminister [Kabinett Schüssel, Projekt Schwarzblau eins] und seitdem regelmäßig Gast vor diversen Gerichten und Untersuchungssausschüssen, bisher NICHT verurteilt wegen allerkreativster Umleitung von öffentlichen Geldern in die privaten Taschen seiner Freunde und Verwandten – es gilt die Unschuldsvermutung – und ausserdem ein fürchterlich eitles Narzisserl, das als aktiver Finanzminister für oben-ohne-Glamourshots posierte …

Dieser Karl-Heinz Grasser also, in einer Fernsehdiskussion über die genannten Anschuldigungen, verlas den Brief »einer einfachen Wählerin« [war’s seine Frau, war’s seine Mutter?], die ihm ob der »Verfolgung« durch die »Neider« Mut zusprach [Wiederum: Das genaue Zitat zu googeln kann mich niemand zwingen, aber es ging circa so]: »Sie sind zu klug, zu schön, zu talentiert, das wird Ihnen nicht verziehen.«)

hausacher stadtschreiber-tagebuch (5) – re: störende energie

Hearst, Oider! Lustige Geschichte . . . Zuerst ist rausgekommen, dass man bei irgend so einem Krankenhausbau in Ostösterreich, was warn’s, 93 000 Euro Steuergeld für einen »Energetiker« ausgegeben hat, der »die Baustelle entstören« sollte. Dann ist rausgekommen, dass das weder die einzige Baustelle, noch auch nur die einzige Krankenhaus-Baustelle in Österreich war, wo irgendwelche Schwingungsspezialisten Geld aus Luft zauberten (es gibt ein Pressefoto, mit so mannshohen Wellblechskulpturen, die einer wo aufgestellt hat gegen negatives Bimbam – im Auftrage immerhin politisch besetzter Aufsichtsräte). Dass es sich, mangels überprüfbarer Arbeitsprodukte, bei »Energetik« in diesen Größenordnungen schlicht um ein besonders geeignetes Korruptions- und Kickbackvehikel handeln könnte – auf d i e Idee kommt die österreichischen Öffentlichkeit, die alte Unschuld vom Lande, bis heute nicht.
Sogar, dass sich der von der Wirtschaftskammer anerkannte Berufsverband der Energetiker zu Wort melden durfte: »Das war keiner von uns!« . . . und DANN, lieber Osterhase, ist nebenbei auch rausgekommen, dass die Wirtschaftsministerin der Republik selbst einen entsprechenden Gewerbeschein besitzt.

Wirklich. Ministerin Margarete Schramböck, vormals A1-Telekom-Managerin, ist als Humanenergetikerin laut Gewerbeschein berechtigt zur »Hilfestellung . . . mittels Wahrnehmung raumenergetischer Phänomene, durch Berücksichtigung von Planetenkonstellationen und lunaren Energien« (die drei Pünktchen im Zitat repräsentieren ca. zwanzig Zeilen des allerverderblichsten, um nicht zu sagen lunarsten, Kristall- und Wünschelruten-Wortsalats).

Es handelt sich um dieselbe Ministerin Schramböck, die vor nicht allzu langer Zeit den Plan ventilierte, die Zumutbarkeitsbestimmungen bei der Arbeitssuche zu verschärfen, genauer: Die Bestimmungen betreffend des zumutbaren täglichen Arbeitswegs. Vier Stunden gesamt täglich sollten schon drin sein, so die Ministerin, denn, und das hat die Energetikerin und zur Wahrnehmung raumenergetischer Phänomene laut Gewerbeschein Berechtigte tatsächlich öffentlich gesagt: »Und wir haben die digitalen Medien, es gibt keinen Grund mehr, heute zu erklären, ich kann nicht mit meinen Freunden in Kontakt bleiben, weil das findet digital statt.«

So stellen wir uns denn ein raumenergetisches Phänomen vor, dass sicherlich der Entstörung der lunaren Energien in Österreich und im befreundeten Ausland dienlich wäre: Einen kristallschwingungs-chakra-fengshui-mäßig genau austarierten Zauberkreis aus S-Bahn-Schienen und Asphalt, circa 100 Kilometer Umfang, immer rundherum und rundherum, irgendwo im Alpen-Nichts (ei wie schon alleine das Errichten dieses solchen Energiebimbams den Wirtschaftsstandort förderte, nicht wahr?).
Und dann setzen wir die astrologisch-energetisch gesehen genau richtigen Langzeitarbeitslosen mit ihren Handys und Tablets hinein in den großen alpenländischen Entstörkreis, W-LAN ist vorhanden, es gibt ein Buffet im hinteren Zugteil, Luxusluxus, und lassen sie im Kreise fahr’n, die armen Schlucker; das ist jetzt ihr Job; Achtstundenschichten; rund um die Uhr in Betrieb.
Frage: Was für Raumenergien bewirkt dann dieser Sonderzug, oh Entstör-Visionär? – Antwort: Solche Energien, Oider, gib Dir – solche Energien, die sich, genug entstört, zum Geist und Wiedergänger von einem dieser großen (dortseits) sehr verehrten Helden der politischen Reaktion zusammenballen; der dann im Mittelpunkt des Schienenkreises im Alpenlandschaftsnichts entstehe: Strauss, oder Hayek, oder die alte Hexe von der Downing Street persönlich . . . Und dieses Gespenst, es könnte dann Frau Bundesministerin Schramböck heimsuchen und dergestalt beraten, glaubwürdig beraten, checkstu, Oider?!, dass sie doch bitte zumindest versuchen möge, ihren Zynismus nicht so offensichtlich vor sich her zu tragen.
Dann bräche das Gespenst in fühürrrchterliches Lachen aus, woraufhin Frau Bundesminister Dr. Margarete Schramböck endlich, endlich wieder aufwachte, getrieben von dem plötzlichen Bedürfnis, in der englischen Wikipedia das Wort »dickensian« nachzuschlagen.

hausacher stadtschreiber-tagebuch (4) – re: der leguan sagt nichts

Hausacher! Mitbürger! Freunde! . . . diese eine Schlagzeile auf Bloomberg News, von, wann war’s?, plus-minus zwanzigstem März, sie ging circa so: »[Amazon-Gründer] Jeff Bezos nimmt den ›Buzz Aldrin Space Exploration Award‹ entgegen und isst bei der Gala ein gegrilltes Iguana.« Es gibt dazu ein Foto (mit Bezos, Iguana, lila Deko-Blumen), das in den Schulbüchern des dreiundzwanzigsten Jahrhunderts als Symbolbild für Dekadenz, und Klassenherrschaft, und den bemitleidenswert umfassenden Realitätsverlust der klasse Herrschenden im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert durchgehen wird.

Den »Award« bekam Bezos übrigens, weil er eine circa Fantastilliarde jenes Mehrwerts, den die Aufstocker*innen im Amazon-Versandlager erwirtschaften, und aber nicht bezahlt bekommen, in diverse Raumfahrtunternehmungen steckt, gesteckt hat oder noch zu stecken verspricht. Sprich: Es nahm der Bezos den Award entgegen in Stellvertretung für die Steuerzahler*innen jener Länder, die mit »erzieherischen« Sozialmaßnahmen (wie eben der Aufstockerei) noch umfassenderes und noch reibungsloseres Menschenschinden ermöglichen (. . . mit zusätzlichem Bonus: Dass die Geschundenen und ihre soziale Mitwelt zunehmend tatsächlich glauben, diese Schinderei geschehe so zu ihrem moralisch Besten . . .  wer arbeiten wolle, finde auch Arbeit . . . wer hingegen nicht arbeiten wolle, der werde sich auch jede Sorte Volkszorn, jedes Straf-Phantasma verdient haben, das an ihm hängen bleibt) . . . ach . . . »Iguana, Iguana, what did you die for?« – Iguana said nothing at all.

(Iguana kam nämlich [da Iguana endlich fertig ward gegessen {da seine Leguanen-Lebens-Säffte in Jäff Bezos› Bauch drin sich zu Jäffen Bezos höchst eig’nem biologischen Bestandtheil-Süppchen hatten fertig transmuthieret}] in ewiglichen Jagdgründen zum Sitzen [in jenen ewiglichen Jagdt-Gründen nämlich, die der Herr Lucifer höchstselber kunstreich in die ewigliche Nacht gestellet {allwo die Leguanen, Leuwen, Pardel, wie auch die Oliphanten, Dodos, Unicorni (letztere meist von der Gattung Ceratotherii simum cottoni, nichtwahr?), allwo mit einem Worte also alle solchen Thiere sich zu sammeln kommen nach dem Tode, die von den, beispielsweise, großen weißen Jägersmannen mit den großen grauen Schießgewehren unter weiten blassen Steppenhimmeln totgeschossen wurden; oder von Wunderärzten aus dem fernen Oriente zu Tincturn bereitet; oder halt gegessen von, wie schon gesagt, Jeff Bezos zwecks Tabu-Magie und Überschreitungszauber bei der doofsten aller Preisverleihungen}],

Und in jenen ewigen Jagdgründen ist Leguan riesig, ist genau so riesig wie der Oliphant dort drüben, und es liegt um Leguan die weite, helle-trockene und aber sonnenlose Jenseitssavannah; und es spannt sich in den vage grünlichschimmernd leeren Jenseitshimmeln über Leguan nicht nur diese eine, diese zierlich-porzellanerne Zug[vogel{gleiche}]wolke, nein, da fliegen auch diverse Raumschiffe dahin und davon, bewegen sich auf bessere Planeten zu als immer bloß die alte trocken doofe Erde, und in den Schiffen reisen [weiß Oliphant, weiß Leguan] Roboter und übersexte hoffnungsfrohe Teenager aus aller Herren Länder, riesenhaft – sympathisch – vegetarisch,  und es wird dieses solche Schauspiel vor dem solchen Höllenhimmel [das nicht aufhört, nie] sein, das Leguan die nächsten langen Jahre über kontemplieren wird, während er wandert, Luft schluckt, schläft . . .

. . . und wartet: denn hier in diesem Jenseits sind [und werden sein] die großen weißen Jägersleute, und sind auch die Wunderärzte, so das Elfenbein verpulvert, und ist [abgesehen von denen noch {als seine eigene Ordnung sozusagen}] Jeff Bezos [wenn er denn jemals in die schwartze Nacht des schwartzen Luziferius eingehen sollte] klein, so klein und auf die selbe Weise jenen großen Tieren nützlich wie die Buphagidae [die Madenhacker aus der Ordnung der Sperlingsvögel {die aus den Rücken ihrer Wirtstiere die Parasiten picken, bis man sie verscheucht}]. So wird Jeff Bezos dann für immerdar und immerdar auf Iguanas Rücken Maden hacken, Schuppen putzen, Schorf vom Staube reinigen. An solches denkt mit langsamen Gedanken Iguana, da es tot ist. Und deshalb schweigt und lächelt es vorm Horizont des großen Menschheitsfortschritts in den Himmeln.)

hausacher stadtschreiber-tagebuch (2) – re: tal der ahnungslosen

Mein lieber Herr Gesangsverein, sehr geehrtes Tagebuch! Am 9. März gab es eine Diskussionsveranstaltung in Dresden, bei »unerwartet großem Publikumsinteresse«, da durfte ein bedeutender deutscher Schriftsteller einem maximal erregten Medienpersonal nebst angeschlossener Öffentlichkeit den Gedanken (mehr raunend andeuten als) darlegen, es herrsche Meinungsdiktatur in Deutschland. …WEITERLESEN

jause für schwab: eine situation

Sonntag, 04. 02. 2018, 14:00 | graz, forum stadtpark | Der Mörder ohne Leiche ist frei. Jause für Schwab: Eine Situation | Offene Form – Lesung: „Orgasmus Kannibalismus : Sieben Liebesbriefe an die eigene Beschaffenheit“ (mit freundlicher Genehmigung von Literaturverlag Droschl) | Es lesen: Günter Eichberger, Max Höfler, Alexander Micheuz, Evelyn Schalk, Stefan Schmitzer, Silvia Stecher, Christoph Szalay

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die zweite halluzination / zur lage der nation: “baggertennis / christkind”

(deliriert zum stand vom 15. 12. 2017)

es spielen zwei baggerfahrer baggertennis mit einem schweineschädel. das heißt: mit machtvoll gelben baggerschaufeln werfen die bagger von den baggerfahrern sich den schweineschädel zu. verloren hat, wessen schaufel ihn, den schweinskopf, nicht mehr fängt, oder bei wem der schweineschädel aufplatzt und also alles vollsaut mit dem gatsch, wie er in schweineschädeln eben drin zu sein pflegt – die baggerschaufel vollsaut, und die kabinenscheibe vollsaut, und die reifen und den erdboden rundherum sowieso vollsaut.

der verlierer muss dann ein tutu anziehen, die schweine-schweinerei wegputzen und dabei die erklärung zur menschenrechtsstadt graz von 2001 laut und klar und deutlich singen, wobei es gilt, die töne ganz genau zu treffen, oider, weil: das christkind hört zu und muss weinen, wenn du schirch singst. der gewinner dagegen hat gewonnen, und das ist doch auch etwas wert, nichtwahr?

… das christkindl aber, es sitzt in mittlerer distanz hinter den grauen, tiefhängenden wolken und denkt sich seinen teil. sein christkindlblick schweift, da der schweineschädel munter hin und her hüpft, über die weite rodungsbrache hin, entlang der abgeholzten böschung, wo die gelben bagger zwischen gatschbraun, stahlblau und dem verblichenen türkis von durchsichtigen werbebannern beinahe leuchten. und wirklich – das christkind hört den baggerfahrern zu, die sich in gutturalem steirisch irgendeinen hundserbärmlichen unsinn zurufen, betreffend das wetter und die formel I und den beziehungsstatus von andreas gabalier; lauter unsinn freilich, den wir ernst zu nehmen lernen sollten, denn immerhin haben wir ja meinungsfreiheit, nicht wahr?

das christkind, da es zuhört und mit trägem blick dem gehopse von dem schweineschädel folgt, säuft sich auf seiner breiten dunkelgrauen wolke einen fetzen an, der sich gewaschen haben wird, denn anders als mit hipster-bio-gin und wuzelzigarette ist diese steiermark hier wirklich nicht mehr zu ertragen. christkindlein meditiert über die frage, ob sich städte nun deshalb zu dörfern zurückentwickeln, *weil* die fpövp sie regiert, oder ob andererseits dorfbewohner eben eher fpövp wählen als städter, in welchem falle die ursachen für das erodieren so vieler früher mal errungenen zivilisiertheiten hier zu graz eher zu suchen sein würden bei, was weiß schon das liebe christkind, lohnstückkosten in der ziegelbranche in südungarn oder so …

… erstere option, denkt das christkind und nimmt einen kräftigen schluck, hätte den vorzug, dass in ihr noch der widerschein eines primats der politik über die wirtschaft leuchtet, freilich unter dem vorzeichen, dass das schönste primat nichts nützt, wenn die verantwortlichen nicht daran glauben und/oder zu deppert sind, es zu nutzen; zweiteres erklärungsmuster dagegen erscheint dem christkind als die dialektisch-materialistische position zum thema und stimmt darüber hinaus auch mit dem umstand überein, dass die welt, wie das liebe christkindl weiß, ein weiter, wilder und gruseliger ort ist, an dem anderswo die leute nochmal ganz andere sorgen haben als das bissl verdorfung, zersiedelung und bedümmlichung, das hier so ansteht.

das liebe christkindlein ist jetzt grade da, wo es ist, und nirgends anders, weil es den beiden baggerfahrern dort unten zu weihnachten je einen job in der nächsten bundesregierung bringen soll, und da muss es vorher nachsehen, ob die auch brav waren. schaut aus, denkt sich’s, und wuzelt sich eine tschick zum gin. brav fuhren beide baggerfahrer bagger dieses ganze letzte jahr hindurch, schütteten erde, steine, unterholz auf den jeweils korrekten haufen, plätteten auch den vordem gar zu luftig-losen gatsch zur uferrampe an der wilden mur, damit man klumpert lagern und heranführen kann. einer der beiden hat sogar einen hochschulabschluss in irgendwas unwichtigem mit viel text, aber das baggerfahren war besser bezahlt als die assistentenstelle.

brav brav, denkt also gelangweilt das christkind und raucht, aber eigentlich ist mir das alles so, so wurscht … und wann schneit es endlich wieder? auf einmal kommt ihm vor, dass der schweinskopf, der vorm grauen, grauen himmel rosa bahnen zeichnet, weil die baggerschaufeln ihn schupfen, dass also dieser schweinskopf ihm in die augen schaut. kann aber eigentlich nicht sein, schon allein wegen der distanz … und das christkind wünscht sich zu weihnachten (so sagt es still und leis bei sich dem schweinskopf in der grauen grazer luft in seine schweinskopfaugen):

erstens, dass alle menschen lieb zueinander sind, und aber zweitens einen merkava-kampfpanzer, und …

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unqualifizierte halluzination / zur lage der nation.

Wien, Stephansplatz. Ein Reisebus fährt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über den Platz, direkt an der Dompforte vorbei. Die Zettelverteiler und die Fremdenführer in ihren Mozartperücken hüpfen beiseite, dass es eine Freude zum Zuschauen ist. (Um die Tauben und die Touristen machen wir uns mal keine Sorgen, sie nicken weiter blöde vor sich hin und bewegen sich in schützenden Großgruppen übers Pflaster.) Ein Geistlicher stolpert, aber das ist uns auch wurscht. Da der Bus laut quietschend zum Stehen kommt, blockiert er sowohl den Autoverkehr am Eck Rotenturmstrasse alsauch den Fiakerstandplatz beim Dom. Es wird gehupt. Es scharrt ein Pferd mit Hufen. Laut fluchend kommt ein Kutscher näher. Er liest die die Aufschrift auf der Seite des Busses, Türkis und Dunkelblau auf braunem Grund, sie lautet

Vom Sebastibasti Kurzikurz seinen Segelohren ihre Segeltörns im Meer der Geschichte durch die Untiefen der österreichischen Realverfassung so, wie Robert Menasse sie uns erklärt hat. Das Fernziel ist Takatuka-Land, aber fürs Erste reicht uns Deutsch-Österreich.

Irgendwie geht sich das alles in den paar wenigen schwungvoll gesetzten Lettern aus, die wir da sehen. Vorne auf dem Bus lesen wir außerdem, in Spiegelschrift wie bei Rettungswägen:

Man beachte, dass hier immerhin nicht unkommentiert ‘Geilomobil’ draufsteht.

Mit einem lauten Zischen der Hydraulik öffent sich vorne die Bustür. Leguane, MurmeltiereBisamratten und Paviane in putzigen Lederhosen und Dirndlkleidern steigen aus, untereinander mit menschlichen Stimmen schnatternd, und stehen in Kleingrüppchen auf dem Pflaster rum. Beeindruckt blinzeln sie den Dom und den Mannerschnitten-Flagship-Store an. Diejenigen, die Smartphones oder Fotoapparate mit sich tragen, machen Selfies.

Hinter ihnen entsteigt seinem Gefährt der Busfahrer. Er ist ein Oarsch mit Ohren, aber ohne die Ohren, und er raucht durch das Oarschloch, das hier den Mund darstellt, eine würzige Zigarette. Er hat nach einigen Monaten der Abstinenz wieder angefangen zu rauchen, wie wir wissen. Aber woher wir das wissen, wissen wir nicht.

Taxler, Passanten und Fiakerfahrer erheben …

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notiz zur wahl 17

sg. SPÖ – gehen wir doch einfach davon aus, dass dass deine rolle ab übermorgen so oder so in der OPPOSITION zu sein hat. weil: entweder, der kurze gwinnt. schwarzrot würd aber genau den gleichen dreck machen wie schwarzblau, nur kompetenter (=schlimmer), und würd die glaubwürdigkeit der sozialdemokratie beschädigen. also: gehts lieber in opposition.  oder der kern gwinnt. alleinregierung wird sich aber ned ausgehen, rotgrün eher aa net. also was wollts: rotschwarz weiterscheisserln, oder rotblau auf generationen hinaus jede motivation für linke und gemässigte untergraben, euch nochmal was zu glauben? also: lasst den kurzen machen. das blaue kuriositätenkabinett wird einen skandal nach dem anderen liefern und auf spektakulär dummdreiste art an den grundlagen des rechtsstaats rühren; der funktioniert aber in Ö, und deshalb werden die sich innert weniger jahre wieder selbst weggesprengt haben.

jetzt OPPO is tatsächlich die am wenigsten schädliche variante fürs land und die partei.

und weil das so ist, kann man eigentlich auch gleich statt euch die partei mit dem sozialdemokratischen programm – also die KPÖ+ – wählen und hoffen, dass sie ins parlament kommt und mit euch z’samm, liebe SPÖ, dann der bürgerregierung saures gibt.

symposion Text-World–World-Text II

10. 06. 2017 | 10:00 | forum stadtpark, graz | On the relationship between experiment, politics and literature | Tom Bresemann | Eduard Escoffets | Gundi Feyrer | Max Höfler | Margret Kreidl | Barbi Markovic | Fiston Mwanza Mujila | Jörg Piringer | Ásta Fanney Sigurðardóttir | Clemens Schittko | Ulrich Schlotmann | Stefan Schmitzer | Christoph Szalay | trauma wien | Érica Zíngano | –> Fotos I <– | –> Fotos II <–

Fronk Reisch! Fronk Reisch!

Meine Damen und Herren Vernunftskeptiker; liebe zigtausende Politstrateg_innen daheim an den Empfangsgeräten; sehr geehrte nützliche Idioten!

In Fronkreisch ist also in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl mit Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron ein erzliberaler Volldepp jener Gegenkandidat, den wählen wird müssen, wer nicht behilflich sein will, die offene Faschistin Marine LePen zu ermöglichen. Nun ist es schlechterdings unmöglich, sich diesen Wahlgang (Match “*eppen gegen *öcher”, das er ist) irgend als epischen Showdown “Gut gegen Böse” zu verkaufen. Das wiederum stösst, wie wir in den letzten zwedrei Tagen beobachten durften, zahlreichen Insass_innen des bekannten links|:radikal:|liberalen Thinktanks “Facebook” sauer auf. Es scheint, genauer, eine gewisse narzisstische Kränkung zu verursachen, dass man keine klar erkennbar *richtige* Seite in der Auseinandersetzung der kommenden Tage geboten bekommt, mit der man sich tapfer identifizieren und aktivistische Memes posten kann. Anscheinend befeuert von dieser Kränkung ist derzeit viel des Gegackers darüber, dass Monsieur Macron ein Freund des allerverderblichsten Großkapitals sei, ein Arbeiterschinder und TTIP-Chlorhuhn-Arsch, persönlich an der Verelendung der Unterschichten aller Länder beteiligt und vermutlich auch Konsument von einem halben Liter eisgekühlter Waisenkindertränen täglich.

Es treffen diese Schilderungen natürlich ca. den Kern der Sache (also: “die Quintessenz”, nicht: “den Bundeskanzler”). Der Mann steht für die fortdauernde “Normalität” im Sinne des Großbürgertums, womit gesagt ist, für den fortdauernden Ausnahmezustand für alle anderen Bevölkerungruppen; dafür, dass sich “immer alles ändern muss, damit immer alles gleichbleiben kann”. Trotzdem werden wir hoffen müssen, dass die offensichtlichen, plumpen Agitationsversuche nicht verfangen, welche linken französischen Wähler_innen (und den ihnen deutschsprachig hinterherhechelnden Tagesfreizeitbesitzern) einreden wollen, es sei nun richtig, im zweiten Wahlgang *gar nicht* wählen zu gehen, denn: … [weiterlesen auf KiG!]

donnerstags die belegstellen

WEIL wir vor paar tagen so ein gespräch hatten da es drum ging was zu befürchten stünde so globalpolitisch; und mein gegenüber [wer war das nochmal bitte melden!] mir nicht glauben wollte dass in ami-land noch mancher bunker mit atomrakete rumstünde bei dem das leitsystem mit floppydisks betrieben wird;

mit – alter gibt dir! – floppydisks!;

und ich das weiss ich noch versprach belege nachzuschieben: hier bitte:

erstenszweitens. drittens.

 

grün!donnerstags müssen wir dem umstand verwinden, dass der nachrichtensprecher brian williams beim anblick von tomahawk-missiles im nachthimmel jüngst wuschig wurde und aus diesem anlass ein zitat aus “first we take manhattan” kaputtgemacht hat

der unruhige geist von leonard cohen wird brian williams im traume erscheinen.

da wird er dann rauchen und schauen und schauen und rauchen.

und wird da so milde schauen und scharf wird der rauch durch die ritzen der welt und so weiter

und sagen wird er dann nichts der herr cohen

und es wird sich herr williams schämen und schämen

und irgendein blödes arschloch wird späterhin in fussnoten den namen ‘cohen’ und die solchen oder solchen opferfeuer in bezug zueinander et zett

der traum brian williams’, des nachrichtensprechers, hat ritzen

durch diese ritzen dringt qualm von zigarren und kultfeuern raus in die welt

herr cohen wird nichts dazu sagen herr williams wird scham empfinden

und auf den flugzeugträgern die im mittelmeer herumschwimmen wird dieser oder jener techniker ganz sicher dieses oder jenes gute buch mit sich führen zum beispiel was weiss ich so ein field manual zum richtigen schießgewehrputzen oder auch die ilias

hör auf zu quengeln musé alte keilerkolonnenbespassungsinstanz

herr williams auf msnbc muss scham zu empfinden bekommen  in engen und ritzigen träumen

athene glaukopis höchstselbst wird milde ihn anschauen

im lockeren anzug herrn cohens wird sie sitzen

im lockeren anzug herrn cohens

hör auf zu quengeln musé und sieh diese scheisse dir an: