postpostskript zur weißen fahne von TEER

[anm: der bisherige gesprächsverlauf ist auf der startseite zu finden]

Sehr geehrte Barbara Steiner!

Vorweg: Danke für Ihre Antwort auf die von mir vorgebrachte Kritik; es macht einen großen Unterschied, ob ich in den zufälligen Hallraum einer abstrakten Leser*innenschaft hinein über eine Arbeit spreche, oder ob es sich um ein Gespräch mit einer konkreten anderen Person handelt.

Dann: Bevor es hier um die “Weißen Fahne” selber gehen kann, komme ich nicht umhin, über das Reden über das Reden zu reden1, dh. auf die Postskripten Ihrer Antwort mich einzugen. In Postskriptum 2 schreiben Sie zum Einen:

Warum nimmt der Autor vorauseilend an, dass wir als Kunsthaus an “ernstlichen Gesprächen” nicht interessiert seien? Das Gegenteil ist der Fall.

Nun nimmt der Autor das nicht an und schreibt das auch nirgends. Worauf jene Textstelle sich – wie ich gehofft hatte, deutlich und ausschließlich genug – bezieht, ist der bekannte Typus von Gesprächsverläufen auf z. B. Facebook, der sich oft genug entfaltet: Jemand erfrecht sich, die Richtigkeit oder Angebrachtheit irgendeiner Äußerung in Frage zu stellen, und die Antwort ist eine Abdichtung jener Äußerung gegen die Kritik, indem diese Kritik als “Intoleranz” bzw. “Zensur” identifiziert wird. Es finden sich mehrere gute Beispiele dafür auch unter dem Link zur “Weißen Fahne” auf der Facebookseite des Kunsthauses (was freilich nicht den Kurator*innen anzulasten ist; sagt auch niemand).

Im Postskriptum 1 hinwiederum fragen Sie, ob es nicht

ziemlich diskreditierend [sei] Künstlern (TEER), die sich engagiert und auch kritisch mit gesellschaftlichen Fragen (ob Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen am öffentlichen und kulturellem Leben oder das Erbe des Nationalsozialismus) befasst haben und befassen (wie Wolfgang Temmel) so salopp, quasi im Darüber huschen, „Trickreichtum“ zu unterstellen?

… und das, ‘tschulligen, geht davon aus, es wäre “Trickreichtum” schlecht und nicht gut, das Wort selbst sei schon Polemik, und – was mir am Wenigsten einleuchtet – es gäbe einen Gegensatz zwischen gesellschaftlichem Engagement und der “trickreichen” Beherrschung künstlerischer Stilmittel. Wenn die Rezension über einen meiner eigenen Gedichtbände so beginnen würde wie mein Text über die “Weiße Fahne” –

Trickreich trickreich, bzw. “g’lernt is’ g’lernt”, wie durch so einfache Mittel […] dieses Überangebot an Interpretationsoptionen (…)

– dann wüsste ich zwar, gleich kommt das “aaaber” des Kritikers, doch immerhin seinen ersten Satz kann ich auf der Habenseite verbuchen … Nicht nur habe ich nichts gegen Wolfgang Temmel oder TEER – wie käme ich auch dazu? – ich maße mich auch nicht an, ernstlich etwas über die ursprüngliche Arbeit von 1987 zu schreiben.

Da alles dieses abgehakt ist – zur Sache selbst: Weiße Fahne 2018.

Ich schrieb, ich fände ein Hakenkreuz im öffentlichen Raum, kontextunabhängig, auch als Swastika gedreht, unerträglich; und wies darauf hin, dass das Spiel mit Ambivalenzen und unscharfen Bedeutungen 2018 – anders als 1987 – nicht mehr bloß eine legitime ästhetische Strategie ist, sondern auch als ein Machtmittel von ungeniert öffentlich präsenten Rechtsradikalen funktioniert; ich biete als ein Beispiel dieser Ambivalenzen das Wort “Ethnopluralismus” aus dem Vokabular der Identitären an, aber es gäbe da noch so viel mehr. Sie antworten u.a.:

Die von TEER verwendeten Symbole (Kreuz, Pentagramm, Hexagramm, Hammer und Sichel, Swastika) sind nicht austauschbar, und schon gar nicht unschuldig, dazu haben sich bestimmte Bedeutungen viel zu sehr ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Jedes Symbol ist auf seine Weise kontaminiert, bei jedem haben sich im Laufe der Zeit bestimmte Bedeutungen (Hakenkreuz überlagert Swastika) in den Vordergrund geschoben und andere überschrieben. Dies hängt aber wesentlich davon ab wer mit welchem persönlichen und kollektiven Hintergrund wie darauf schaut.

Ich stimme Ihnen vorsichtig zu, gebe aber zu bedenken, dass in jenen letzten zwei Sätzen ein ganzer Berg an geschichtsphilosophischen Unwägbarkeiten eingefaltet ist; unter ihnen besonders wichtig die Frage, ob manche dieser Bedeutungen und persönlichen Hintergründe objektiv besser als andere dazu geeignet wären, gesellschaftliche Desiderata zu formulieren – oder ob das eben nicht so ist.

Klarer wird der Unterschied in unseren Auffassungen von Kunst in der Welt bzw. Welt in der Kunst, und damit auch von den je anzuwendenden Maßstäben, an anderer Stelle:

Den Vorwurf wir möchten den „Schrecken ‚fester Standpunkte und Ideologien’ hinter uns lassen, kann ich nicht entkräften. Natürlich kann ich jetzt nur für mich sprechen. Feste Standpunkte und Ideologien haben genau zu jenen Desastern geführt, die mit den hier gezeigten Symbolen verbunden sind: zu Kreuzzügen, Arbeits- und Vernichtungslagern, kriegerischen Konflikten, Menschenverachtung, Zerstörung und Tod. Eine ethische Haltung haben, sich verantwortungsvoll gegenüber Mitmenschen zu verhalten, sich sozial engagieren, ja unbedingt, aber wenn fester Standpunkt bedeutet buchstäblich unbeweglich zu werden, Annahmen über andere zu treffen, sich diesen „anderen“ nicht aussetzen zu wollen, Behauptungen in die Welt zu posaunen, Wertschätzung und Höflichkeit vermissen lassen – dann nein. Das erzeugt Verhärtungen und Frontbildungen, und das erscheint mir keine gesellschaftliche Perspektive zu sein.

Mir scheint, wir fürchten beide ein derzeit akut drohendes Abbrechen der Gespräche – den Niedergang der öffentlichen Sphäre. Ihnen, wenn ich richtig lese, erscheint dabei die Gefahr der unvermittelten Konfrontation bedrohlicher; mir dagegen die Gefahr, dass reale, materielle Frontbildungen sich verschlimmern, wenn sie unerkannt-unausgesprochen-unaussprechlich bleiben.

Und auf der Grundlage dieser Standortbestimmungen (oder halt anderer Standortbestimmungen, falls meine falsch sind) ließe sich dann im Einzelnen über die künstlerisch-ästhetische Dimension der “Weißen Fahne” und ihre politischen Implikationen reden – also: Reden, nicht schreiben – und unser Dissens da sich immer genauer beschreiben. Bis er ggf. produktiv wird, der Dissens.


1 Ist das schon ein Sachzwang unserer Internet-Textkultur, deren Goldgrund unter den Diskursen vielleicht nicht den wichtigsten Unterschied zum ’87er-Kontext um TEERS “Weißen Fahne” darstellt, aber doch mindestens einen deutlich sichtbaren? – dass jeder Text immer gleich mehrererlei Sets Metadata mitliefert, als sei er ein MP3-Track; und man diese besser gleich absortiert, bevor es mit ihnen verwirrend wird …

weiße fahne, schwarzes herz, “zensur”

Diese Installation der “Weißen Fahne” von Wolgang Temmel und Fredo Ertl vor dem Kunsthaus … Trickreich trickreich, bzw. “g’lernt is’ g’lernt”, wie durch so einfache Mittel – vermittels einer weißen Fahne, eines (vermutlich) Videobeamers und fünfer einfacher Symbole – dieses Überangebot an Interpretationsoptionen vor und neben das Kunsthaus platziert wird …

Nämlich erstens: Eine weiße Fahne, für sich genommen also ein noch unbearbeitetes Stück Stoff, das tausende Möglichkeiten bietet, aber im kulturell lesbaren Kontext selbst bereits Symbol, nämlich Symbol der Kapitulation (ohoho) vor was auch immer …

Zweitens: Die Symbole, Pentagramm – Halbmond – Davidsstern – Swastika – Hammerundsichel – Kreuz, wie sie, laut dem Erläuterungstext auf der Kunsthaus-Homepage, “Macht” repräsentieren; und ach sieh mal, wenn wir sie auf die Fahne projezieren, dh. in gerade diesen vorgegebenen Kontext setzen, erscheinen sie plötzlich austauschbar, und Macht-selbst, Formgebung-selbst, Grenzziehung-selbst ist, was (einen unschuldig-amorphen Urzustand be-) siegt …

Dann drittens: Dass das, was von der gegenständlichen Fahne tatsächlich unschuldig-weiß bleibt, grade die Form der Machtsymbole ist, und das Drumherum dagegen sich verdunkelt, sich also auch noch die ambivalente Leseoption auftut, es wäre in Wahrheit die jeweilige Machtvariante, Machtausübungsvariante, indentifizierte Gruppe, die kapituliert … Es kapitulierten mithin alle, alle Menschen, weil “wir alle” als Machtsymbolbesitzer irgendeiner Art uns sehen, irgendwelchen Gruppen angehörten usw. …

Viertens hinwiederum: Dass dieser ganze bis hierher geschilderte Interpretationssalat eine historische Dimension hat; dass die Arbeit 1973 schon einmal, und in ein ganz anderes Graz gestellt worden war damals. Wir fragen uns dementsprechend, ob uns die Kurator*innen des Kunsthauses damit wohl sagen wollen, es sei diese ganze triumphale “Weiße Fahne” der Unbestimmtheit und Ideologieskepsis inzwischen – 2018 – wiederum als historische zu einem Machtsymbol auf dem amorphen Untergrund des Stadtraums-im-Wandel geworden … Bzw. es habe irgendeine andere Sorte Sieg/Niederlage/Formbestimmung stattgefunden an der Ecke, wo wir die Fahne stehen sehen … oder sind das schon Überreizungssymptome auf unseren Kunstschnöselgehirn-Temporallappen?

Wie gesagt: G’lernt is’ g’lernt. Die “weiße Fahne” ist als Kunstwerk und Gegenstand kuratorischen Zugriffs durchaus nicht uninteressant; erzielt viel Bedeutung mit wenig Aufwand. Gleichzeitig ist sie unerträglich, genauer: ist es unerträglich, wenn …

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hausacher stadtschreiber-tagebuch (7) – re: thomas bernhard

Das werden Sie nicht wissen, verehrter Eichenbaum ganz oben auf dem Burgberg (… der heißt doch Burgberg, oder; also: hinten rauf das Gipfelchen?); das wird auch Sie, oh Relieffigur auf jener alten Quelleneinfassung, wo ich mich jüngstens wiederfand, kaum interessieren, aber: stellen Sie sich einmal vor:

Es war einmal ein österreichischer Schriftsteller, der hieß Thomas Bernhard. Thomas Bernhard war zwar ungesund fasziniert von jenen Restchen adeliger Lebenskultur in Österreich, denen weder die erste Republik, noch die Hitlerei, noch auch das Habsburgergesetz der zweiten Republik den Garaus hatten machen können (Kurzfassung: »Auf dem Papier« gibt’s zwischen Neusiedler- und Bodensee keine Adeligen mehr.

Du kannst Dich »Graf« oder »Freifrau« oder so nennen ODER Du kannst Österreicher sein, nicht beides; aber nicht alle Schlösser und nicht alle angestammten »Verhältnisse« wurden restlos genug entsorgt; auch gibt es Kreise, die das Verbot schlicht ignorieren – das sind dann freilich anders Gestörte als Ihre-hier p. t. bundesdeutschen Blaublüter, aber von dieser Schrulle abgesehen war der Thomas Bernhard eine stabil erfreuliche Figur, verlässlich gegen das Schlechte und für das Gute (das heißt in Österreich: Eh gemütlich gegen alles).

Für zwei Eigenheiten waren seine Bücher besonders bekannt: Erstens die besonders langen, absichtlich komplizierten Sätze, und zweitens die besonders wiederholten, absichtlich abstrusen Übertreibungen. Seine Bücher waren meistens tendenziell lustig gemeint und wurden stets verlässlich als feierlich-dramatisch-ernsthaft missverstanden. (Auch, weil sein Sinn für Humor äh . . . wenig mehrheitsfähig war – und Bernhard hat’s den Leuten natürlich nicht ausgeredet, seine Bücher ernst zu finden . . . war ja sein Geld.)

Anyway. Es schrieb der Bernhard mehrere Theaterstücke. Eins davon hieß »Heldenplatz«. Darin ging es um alte und neue Nazis in Österreich; um die Begeisterung »der Leute« auf dem, wenig überraschend, Heldenplatz in Wien, anlässlich des Anschlusses ‹38; darum, wie der Unfug in Familienstrukturen fortlebt. Es wurde damals, bei der Uraufführung im Burgtheater, protestiert; gegen die »Nestbeschmutzung« durch die »Elitenkultur«, die Herablassung »der Intellektuellen«, die glaubten, sie seien was Besseres, und für die offenbar ein jeder Patriot ein Nazi sei.

Beispielsweise standen auf dem Balkon und in den Logen damals junge Menschen mit lustigen Fantasieuniformen, die das Stück aus den genannten Gründen ausbuhten (und immerhin: sie ließen sich’s den Preis je einer Eintrittskarte kosten). Einer dieser damals jungen Menschen ist lustigerweise der jetzige Vizekanzler der Republik Österreich – wie das Schicksal so spielt, nichtwahr, Schwarzwald-Wald? –, der auf anderen privaten Fotos aus jener Lebensphase zu sehen ist bei paramiltärischen Übungen, pardon, falsch, das heisst ja jetzt »beim Paintballspielen«.

Übrigens: Eine der bekannteren der besagten Übertreibungen von Thomas Bernhard, du lieber Eichenwald ob der Hausacher Burg, stammt nicht aus »Heldenplatz«, sondern aus dem Dramolett »Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen«. Sie ermöglicht dort, als eine besonders erkennbar übertriebene Übertreibung und obendrein besonders lustig verkürzte Verkürzung, dass sich der »Nestbeschmutzer« Bernhard über seine eigene Rolle im zeitgenössischen Österreich von 1986 lustig machen konnte. Wir lassen, 2018, die übertriebene Übertreibung mal so stehen, du liebes Blätterwerk im Frühlingslicht, und kontemplieren die Veränderlichkeit der Verhältnisse, ja?

PEYMANN (tritt mit mir in die Zauberflöte ein, und wir setzen uns, nachdem er die Speisekarte gelesen und sich etwas ausgesucht und sich in der Zauberflöte umgesehen hat): Wer ist denn das?
ICH: Der Vizekanzler / ein Nazi (…)
PEYMANN: Und die dort?
ICH: Das sind lauter Nazis.
PEYMANN: Und die andern?
ICH: Das sind lauter Dummköpfe und Nazis.
PEYMANN: Und die Kellnerin?
ICH: Die ist katholisch und kennt alle und weiß von nichts.
PEYMANN: Na dann bestellen wir doch einfach Rindsuppe […]

hasuacher stadtschreiber-tagebuch (6) – re: “zu attraktiv”

Ach Monsignore Tagpfauenauge! Ihro Unnahbarkeit, Infantin Zitronenfalter! Hochwohlgeschlüpfte Hummelkönigin nebst kommendem Hofstaat im Garten vor dem Molerhiisle! Es ist ja so, dass der Menschen Lebenszeit begrenzt ist, ganz wie die Eure, bloß so viel schlimmer, wie unser Bewusstseins von dieser Begrenztheit uns so giftig sticht, nicht wahr … und da ist es zum Beispiel mir, zum Beispiel hier, beinah unmöglich (weil nämlich, angesicht des unerbittlichen Tickens der Sekundenzeiger überall, unsagbar wurscht) – noch einmal die ganz genau korrekte Quelle für den jüngsten, oder auch den zweit-, oder den siebtjüngsten Unfug rauszusuchen, den die politische Kaste in Österreich gerade wieder mal verzapft oder gemacht hat.

Welches der genaue Kontext war, in dem Bundeskanzler Sebastian »Die Kindliche Kaiserin« Kurz höchst persönlich davon sprach, es wären unsere Sozialsysteme »viel zu attraktiv für Migranten« – was weiß ich jetzt noch. Meint er mit »uns« Österreich, meint er ganz Europa? Es ist mehr als zwei Tage her und gar zu doof. Man kanns googeln, meine lieben Schmetterlinge und Bienenartigen. Ich muß deshalb nicht. Ich muss mich bloß mit dem Gedanken anfreunden, dass das alles noch ziemlich ungemütlich wird … wobei: Meine ich Österreich? Meine ich Europa? …

Lassen wir uns das auf der Zunge, dem Schmetterlingsrüssel, dem Hummelmund zergehen: »Unser Sozialsystem ist zu attraktiv für Migranten.« Jetzt unabhängig von migrationspolitischen Maximen, unabhängig selbst von so semantischen Pingeligkeiten wie dem Rechtsstaat – wenn Kurz just mit diesen Worten ausdrückt, was er glaubt, dass es die Mehrheit denkt – merkt er nicht, was er da sagt?
nämlich: »Lieber pleite als gastfreundlich?« …

oder: »Lieber die Alpentäler voll verarmter Inzuchtopfer, die nie der ungeheuerlichen psychischen Belastung ausgesetzt waren, einen Kerl aus Nigeria aus der Nähe zu sehen, als dass am End’ einer, dessen Urgroßeltern nicht von hier sind, eine Impfung gratis kriegt!«

beziehungsweise.: »Schatz, lass uns die Kinder täglich grün und blau schlagen, dann kommen sie nicht auf die Idee, Schulfreunde nach Hause einzuladen, und wir haben eine Ruh’!«

oder: »Au ja, wennn ich mitten in mein Wohnzimmer scheiße, werden die letzten Gäste wohl endlich gehen!«

(oder er merkt’s; und eben drum sagt er’s? Aber wer wäre dann der Adressat? Was wäre der Gewinn?)

(Nebenbei: Eine zweite, ganz anders geartete Vorkommnis des Gedankens, da wäre was »zu attraktiv«, ist in der österreichischen Innenpolitiksimulation des letzten Jahrzehnts aktenkundig. Karl-Heinz Grasser, ehemaliger Finanzminister [Kabinett Schüssel, Projekt Schwarzblau eins] und seitdem regelmäßig Gast vor diversen Gerichten und Untersuchungssausschüssen, bisher NICHT verurteilt wegen allerkreativster Umleitung von öffentlichen Geldern in die privaten Taschen seiner Freunde und Verwandten – es gilt die Unschuldsvermutung – und ausserdem ein fürchterlich eitles Narzisserl, das als aktiver Finanzminister für oben-ohne-Glamourshots posierte …

Dieser Karl-Heinz Grasser also, in einer Fernsehdiskussion über die genannten Anschuldigungen, verlas den Brief »einer einfachen Wählerin« [war’s seine Frau, war’s seine Mutter?], die ihm ob der »Verfolgung« durch die »Neider« Mut zusprach [Wiederum: Das genaue Zitat zu googeln kann mich niemand zwingen, aber es ging circa so]: »Sie sind zu klug, zu schön, zu talentiert, das wird Ihnen nicht verziehen.«)

hausacher stadtschreiber-tagebuch (5) – re: störende energie

Hearst, Oider! Lustige Geschichte . . . Zuerst ist rausgekommen, dass man bei irgend so einem Krankenhausbau in Ostösterreich, was warn’s, 93 000 Euro Steuergeld für einen »Energetiker« ausgegeben hat, der »die Baustelle entstören« sollte. Dann ist rausgekommen, dass das weder die einzige Baustelle, noch auch nur die einzige Krankenhaus-Baustelle in Österreich war, wo irgendwelche Schwingungsspezialisten Geld aus Luft zauberten (es gibt ein Pressefoto, mit so mannshohen Wellblechskulpturen, die einer wo aufgestellt hat gegen negatives Bimbam – im Auftrage immerhin politisch besetzter Aufsichtsräte). Dass es sich, mangels überprüfbarer Arbeitsprodukte, bei »Energetik« in diesen Größenordnungen schlicht um ein besonders geeignetes Korruptions- und Kickbackvehikel handeln könnte – auf d i e Idee kommt die österreichischen Öffentlichkeit, die alte Unschuld vom Lande, bis heute nicht.
Sogar, dass sich der von der Wirtschaftskammer anerkannte Berufsverband der Energetiker zu Wort melden durfte: »Das war keiner von uns!« . . . und DANN, lieber Osterhase, ist nebenbei auch rausgekommen, dass die Wirtschaftsministerin der Republik selbst einen entsprechenden Gewerbeschein besitzt.

Wirklich. Ministerin Margarete Schramböck, vormals A1-Telekom-Managerin, ist als Humanenergetikerin laut Gewerbeschein berechtigt zur »Hilfestellung . . . mittels Wahrnehmung raumenergetischer Phänomene, durch Berücksichtigung von Planetenkonstellationen und lunaren Energien« (die drei Pünktchen im Zitat repräsentieren ca. zwanzig Zeilen des allerverderblichsten, um nicht zu sagen lunarsten, Kristall- und Wünschelruten-Wortsalats).

Es handelt sich um dieselbe Ministerin Schramböck, die vor nicht allzu langer Zeit den Plan ventilierte, die Zumutbarkeitsbestimmungen bei der Arbeitssuche zu verschärfen, genauer: Die Bestimmungen betreffend des zumutbaren täglichen Arbeitswegs. Vier Stunden gesamt täglich sollten schon drin sein, so die Ministerin, denn, und das hat die Energetikerin und zur Wahrnehmung raumenergetischer Phänomene laut Gewerbeschein Berechtigte tatsächlich öffentlich gesagt: »Und wir haben die digitalen Medien, es gibt keinen Grund mehr, heute zu erklären, ich kann nicht mit meinen Freunden in Kontakt bleiben, weil das findet digital statt.«

So stellen wir uns denn ein raumenergetisches Phänomen vor, dass sicherlich der Entstörung der lunaren Energien in Österreich und im befreundeten Ausland dienlich wäre: Einen kristallschwingungs-chakra-fengshui-mäßig genau austarierten Zauberkreis aus S-Bahn-Schienen und Asphalt, circa 100 Kilometer Umfang, immer rundherum und rundherum, irgendwo im Alpen-Nichts (ei wie schon alleine das Errichten dieses solchen Energiebimbams den Wirtschaftsstandort förderte, nicht wahr?).
Und dann setzen wir die astrologisch-energetisch gesehen genau richtigen Langzeitarbeitslosen mit ihren Handys und Tablets hinein in den großen alpenländischen Entstörkreis, W-LAN ist vorhanden, es gibt ein Buffet im hinteren Zugteil, Luxusluxus, und lassen sie im Kreise fahr’n, die armen Schlucker; das ist jetzt ihr Job; Achtstundenschichten; rund um die Uhr in Betrieb.
Frage: Was für Raumenergien bewirkt dann dieser Sonderzug, oh Entstör-Visionär? – Antwort: Solche Energien, Oider, gib Dir – solche Energien, die sich, genug entstört, zum Geist und Wiedergänger von einem dieser großen (dortseits) sehr verehrten Helden der politischen Reaktion zusammenballen; der dann im Mittelpunkt des Schienenkreises im Alpenlandschaftsnichts entstehe: Strauss, oder Hayek, oder die alte Hexe von der Downing Street persönlich . . . Und dieses Gespenst, es könnte dann Frau Bundesministerin Schramböck heimsuchen und dergestalt beraten, glaubwürdig beraten, checkstu, Oider?!, dass sie doch bitte zumindest versuchen möge, ihren Zynismus nicht so offensichtlich vor sich her zu tragen.
Dann bräche das Gespenst in fühürrrchterliches Lachen aus, woraufhin Frau Bundesminister Dr. Margarete Schramböck endlich, endlich wieder aufwachte, getrieben von dem plötzlichen Bedürfnis, in der englischen Wikipedia das Wort »dickensian« nachzuschlagen.

hausacher stadtschreiber-tagebuch (4) – re: der leguan sagt nichts

Hausacher! Mitbürger! Freunde! . . . diese eine Schlagzeile auf Bloomberg News, von, wann war’s?, plus-minus zwanzigstem März, sie ging circa so: »[Amazon-Gründer] Jeff Bezos nimmt den ›Buzz Aldrin Space Exploration Award‹ entgegen und isst bei der Gala ein gegrilltes Iguana.« Es gibt dazu ein Foto (mit Bezos, Iguana, lila Deko-Blumen), das in den Schulbüchern des dreiundzwanzigsten Jahrhunderts als Symbolbild für Dekadenz, und Klassenherrschaft, und den bemitleidenswert umfassenden Realitätsverlust der klasse Herrschenden im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert durchgehen wird.

Den »Award« bekam Bezos übrigens, weil er eine circa Fantastilliarde jenes Mehrwerts, den die Aufstocker*innen im Amazon-Versandlager erwirtschaften, und aber nicht bezahlt bekommen, in diverse Raumfahrtunternehmungen steckt, gesteckt hat oder noch zu stecken verspricht. Sprich: Es nahm der Bezos den Award entgegen in Stellvertretung für die Steuerzahler*innen jener Länder, die mit »erzieherischen« Sozialmaßnahmen (wie eben der Aufstockerei) noch umfassenderes und noch reibungsloseres Menschenschinden ermöglichen (. . . mit zusätzlichem Bonus: Dass die Geschundenen und ihre soziale Mitwelt zunehmend tatsächlich glauben, diese Schinderei geschehe so zu ihrem moralisch Besten . . .  wer arbeiten wolle, finde auch Arbeit . . . wer hingegen nicht arbeiten wolle, der werde sich auch jede Sorte Volkszorn, jedes Straf-Phantasma verdient haben, das an ihm hängen bleibt) . . . ach . . . »Iguana, Iguana, what did you die for?« – Iguana said nothing at all.

(Iguana kam nämlich [da Iguana endlich fertig ward gegessen {da seine Leguanen-Lebens-Säffte in Jäff Bezos› Bauch drin sich zu Jäffen Bezos höchst eig’nem biologischen Bestandtheil-Süppchen hatten fertig transmuthieret}] in ewiglichen Jagdgründen zum Sitzen [in jenen ewiglichen Jagdt-Gründen nämlich, die der Herr Lucifer höchstselber kunstreich in die ewigliche Nacht gestellet {allwo die Leguanen, Leuwen, Pardel, wie auch die Oliphanten, Dodos, Unicorni (letztere meist von der Gattung Ceratotherii simum cottoni, nichtwahr?), allwo mit einem Worte also alle solchen Thiere sich zu sammeln kommen nach dem Tode, die von den, beispielsweise, großen weißen Jägersmannen mit den großen grauen Schießgewehren unter weiten blassen Steppenhimmeln totgeschossen wurden; oder von Wunderärzten aus dem fernen Oriente zu Tincturn bereitet; oder halt gegessen von, wie schon gesagt, Jeff Bezos zwecks Tabu-Magie und Überschreitungszauber bei der doofsten aller Preisverleihungen}],

Und in jenen ewigen Jagdgründen ist Leguan riesig, ist genau so riesig wie der Oliphant dort drüben, und es liegt um Leguan die weite, helle-trockene und aber sonnenlose Jenseitssavannah; und es spannt sich in den vage grünlichschimmernd leeren Jenseitshimmeln über Leguan nicht nur diese eine, diese zierlich-porzellanerne Zug[vogel{gleiche}]wolke, nein, da fliegen auch diverse Raumschiffe dahin und davon, bewegen sich auf bessere Planeten zu als immer bloß die alte trocken doofe Erde, und in den Schiffen reisen [weiß Oliphant, weiß Leguan] Roboter und übersexte hoffnungsfrohe Teenager aus aller Herren Länder, riesenhaft – sympathisch – vegetarisch,  und es wird dieses solche Schauspiel vor dem solchen Höllenhimmel [das nicht aufhört, nie] sein, das Leguan die nächsten langen Jahre über kontemplieren wird, während er wandert, Luft schluckt, schläft . . .

. . . und wartet: denn hier in diesem Jenseits sind [und werden sein] die großen weißen Jägersleute, und sind auch die Wunderärzte, so das Elfenbein verpulvert, und ist [abgesehen von denen noch {als seine eigene Ordnung sozusagen}] Jeff Bezos [wenn er denn jemals in die schwartze Nacht des schwartzen Luziferius eingehen sollte] klein, so klein und auf die selbe Weise jenen großen Tieren nützlich wie die Buphagidae [die Madenhacker aus der Ordnung der Sperlingsvögel {die aus den Rücken ihrer Wirtstiere die Parasiten picken, bis man sie verscheucht}]. So wird Jeff Bezos dann für immerdar und immerdar auf Iguanas Rücken Maden hacken, Schuppen putzen, Schorf vom Staube reinigen. An solches denkt mit langsamen Gedanken Iguana, da es tot ist. Und deshalb schweigt und lächelt es vorm Horizont des großen Menschheitsfortschritts in den Himmeln.)

hausacher stadtschreiber-tagebuch (2) – re: tal der ahnungslosen

Mein lieber Herr Gesangsverein, sehr geehrtes Tagebuch! Am 9. März gab es eine Diskussionsveranstaltung in Dresden, bei »unerwartet großem Publikumsinteresse«, da durfte ein bedeutender deutscher Schriftsteller einem maximal erregten Medienpersonal nebst angeschlossener Öffentlichkeit den Gedanken (mehr raunend andeuten als) darlegen, es herrsche Meinungsdiktatur in Deutschland. …WEITERLESEN

die zweite halluzination / zur lage der nation: “baggertennis / christkind”

(deliriert zum stand vom 15. 12. 2017)

es spielen zwei baggerfahrer baggertennis mit einem schweineschädel. das heißt: mit machtvoll gelben baggerschaufeln werfen die bagger von den baggerfahrern sich den schweineschädel zu. verloren hat, wessen schaufel ihn, den schweinskopf, nicht mehr fängt, oder bei wem der schweineschädel aufplatzt und also alles vollsaut mit dem gatsch, wie er in schweineschädeln eben drin zu sein pflegt – die baggerschaufel vollsaut, und die kabinenscheibe vollsaut, und die reifen und den erdboden rundherum sowieso vollsaut.

der verlierer muss dann ein tutu anziehen, die schweine-schweinerei wegputzen und dabei die erklärung zur menschenrechtsstadt graz von 2001 laut und klar und deutlich singen, wobei es gilt, die töne ganz genau zu treffen, oider, weil: das christkind hört zu und muss weinen, wenn du schirch singst. der gewinner dagegen hat gewonnen, und das ist doch auch etwas wert, nichtwahr?

… das christkindl aber, es sitzt in mittlerer distanz hinter den grauen, tiefhängenden wolken und denkt sich seinen teil. sein christkindlblick schweift, da der schweineschädel munter hin und her hüpft, über die weite rodungsbrache hin, entlang der abgeholzten böschung, wo die gelben bagger zwischen gatschbraun, stahlblau und dem verblichenen türkis von durchsichtigen werbebannern beinahe leuchten. und wirklich – das christkind hört den baggerfahrern zu, die sich in gutturalem steirisch irgendeinen hundserbärmlichen unsinn zurufen, betreffend das wetter und die formel I und den beziehungsstatus von andreas gabalier; lauter unsinn freilich, den wir ernst zu nehmen lernen sollten, denn immerhin haben wir ja meinungsfreiheit, nicht wahr?

das christkind, da es zuhört und mit trägem blick dem gehopse von dem schweineschädel folgt, säuft sich auf seiner breiten dunkelgrauen wolke einen fetzen an, der sich gewaschen haben wird, denn anders als mit hipster-bio-gin und wuzelzigarette ist diese steiermark hier wirklich nicht mehr zu ertragen. christkindlein meditiert über die frage, ob sich städte nun deshalb zu dörfern zurückentwickeln, *weil* die fpövp sie regiert, oder ob andererseits dorfbewohner eben eher fpövp wählen als städter, in welchem falle die ursachen für das erodieren so vieler früher mal errungenen zivilisiertheiten hier zu graz eher zu suchen sein würden bei, was weiß schon das liebe christkind, lohnstückkosten in der ziegelbranche in südungarn oder so …

… erstere option, denkt das christkind und nimmt einen kräftigen schluck, hätte den vorzug, dass in ihr noch der widerschein eines primats der politik über die wirtschaft leuchtet, freilich unter dem vorzeichen, dass das schönste primat nichts nützt, wenn die verantwortlichen nicht daran glauben und/oder zu deppert sind, es zu nutzen; zweiteres erklärungsmuster dagegen erscheint dem christkind als die dialektisch-materialistische position zum thema und stimmt darüber hinaus auch mit dem umstand überein, dass die welt, wie das liebe christkindl weiß, ein weiter, wilder und gruseliger ort ist, an dem anderswo die leute nochmal ganz andere sorgen haben als das bissl verdorfung, zersiedelung und bedümmlichung, das hier so ansteht.

das liebe christkindlein ist jetzt grade da, wo es ist, und nirgends anders, weil es den beiden baggerfahrern dort unten zu weihnachten je einen job in der nächsten bundesregierung bringen soll, und da muss es vorher nachsehen, ob die auch brav waren. schaut aus, denkt sich’s, und wuzelt sich eine tschick zum gin. brav fuhren beide baggerfahrer bagger dieses ganze letzte jahr hindurch, schütteten erde, steine, unterholz auf den jeweils korrekten haufen, plätteten auch den vordem gar zu luftig-losen gatsch zur uferrampe an der wilden mur, damit man klumpert lagern und heranführen kann. einer der beiden hat sogar einen hochschulabschluss in irgendwas unwichtigem mit viel text, aber das baggerfahren war besser bezahlt als die assistentenstelle.

brav brav, denkt also gelangweilt das christkind und raucht, aber eigentlich ist mir das alles so, so wurscht … und wann schneit es endlich wieder? auf einmal kommt ihm vor, dass der schweinskopf, der vorm grauen, grauen himmel rosa bahnen zeichnet, weil die baggerschaufeln ihn schupfen, dass also dieser schweinskopf ihm in die augen schaut. kann aber eigentlich nicht sein, schon allein wegen der distanz … und das christkind wünscht sich zu weihnachten (so sagt es still und leis bei sich dem schweinskopf in der grauen grazer luft in seine schweinskopfaugen):

erstens, dass alle menschen lieb zueinander sind, und aber zweitens einen merkava-kampfpanzer, und …

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unqualifizierte halluzination / zur lage der nation.

Wien, Stephansplatz. Ein Reisebus fährt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über den Platz, direkt an der Dompforte vorbei. Die Zettelverteiler und die Fremdenführer in ihren Mozartperücken hüpfen beiseite, dass es eine Freude zum Zuschauen ist. (Um die Tauben und die Touristen machen wir uns mal keine Sorgen, sie nicken weiter blöde vor sich hin und bewegen sich in schützenden Großgruppen übers Pflaster.) Ein Geistlicher stolpert, aber das ist uns auch wurscht. Da der Bus laut quietschend zum Stehen kommt, blockiert er sowohl den Autoverkehr am Eck Rotenturmstrasse alsauch den Fiakerstandplatz beim Dom. Es wird gehupt. Es scharrt ein Pferd mit Hufen. Laut fluchend kommt ein Kutscher näher. Er liest die die Aufschrift auf der Seite des Busses, Türkis und Dunkelblau auf braunem Grund, sie lautet

Vom Sebastibasti Kurzikurz seinen Segelohren ihre Segeltörns im Meer der Geschichte durch die Untiefen der österreichischen Realverfassung so, wie Robert Menasse sie uns erklärt hat. Das Fernziel ist Takatuka-Land, aber fürs Erste reicht uns Deutsch-Österreich.

Irgendwie geht sich das alles in den paar wenigen schwungvoll gesetzten Lettern aus, die wir da sehen. Vorne auf dem Bus lesen wir außerdem, in Spiegelschrift wie bei Rettungswägen:

Man beachte, dass hier immerhin nicht unkommentiert ‘Geilomobil’ draufsteht.

Mit einem lauten Zischen der Hydraulik öffent sich vorne die Bustür. Leguane, MurmeltiereBisamratten und Paviane in putzigen Lederhosen und Dirndlkleidern steigen aus, untereinander mit menschlichen Stimmen schnatternd, und stehen in Kleingrüppchen auf dem Pflaster rum. Beeindruckt blinzeln sie den Dom und den Mannerschnitten-Flagship-Store an. Diejenigen, die Smartphones oder Fotoapparate mit sich tragen, machen Selfies.

Hinter ihnen entsteigt seinem Gefährt der Busfahrer. Er ist ein Oarsch mit Ohren, aber ohne die Ohren, und er raucht durch das Oarschloch, das hier den Mund darstellt, eine würzige Zigarette. Er hat nach einigen Monaten der Abstinenz wieder angefangen zu rauchen, wie wir wissen. Aber woher wir das wissen, wissen wir nicht.

Taxler, Passanten und Fiakerfahrer erheben …

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notiz zur wahl 17

sg. SPÖ – gehen wir doch einfach davon aus, dass dass deine rolle ab übermorgen so oder so in der OPPOSITION zu sein hat. weil: entweder, der kurze gwinnt. schwarzrot würd aber genau den gleichen dreck machen wie schwarzblau, nur kompetenter (=schlimmer), und würd die glaubwürdigkeit der sozialdemokratie beschädigen. also: gehts lieber in opposition.  oder der kern gwinnt. alleinregierung wird sich aber ned ausgehen, rotgrün eher aa net. also was wollts: rotschwarz weiterscheisserln, oder rotblau auf generationen hinaus jede motivation für linke und gemässigte untergraben, euch nochmal was zu glauben? also: lasst den kurzen machen. das blaue kuriositätenkabinett wird einen skandal nach dem anderen liefern und auf spektakulär dummdreiste art an den grundlagen des rechtsstaats rühren; der funktioniert aber in Ö, und deshalb werden die sich innert weniger jahre wieder selbst weggesprengt haben.

jetzt OPPO is tatsächlich die am wenigsten schädliche variante fürs land und die partei.

und weil das so ist, kann man eigentlich auch gleich statt euch die partei mit dem sozialdemokratischen programm – also die KPÖ+ – wählen und hoffen, dass sie ins parlament kommt und mit euch z’samm, liebe SPÖ, dann der bürgerregierung saures gibt.

Fronk Reisch! Fronk Reisch!

Meine Damen und Herren Vernunftskeptiker; liebe zigtausende Politstrateg_innen daheim an den Empfangsgeräten; sehr geehrte nützliche Idioten!

In Fronkreisch ist also in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl mit Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron ein erzliberaler Volldepp jener Gegenkandidat, den wählen wird müssen, wer nicht behilflich sein will, die offene Faschistin Marine LePen zu ermöglichen. Nun ist es schlechterdings unmöglich, sich diesen Wahlgang (Match “*eppen gegen *öcher”, das er ist) irgend als epischen Showdown “Gut gegen Böse” zu verkaufen. Das wiederum stösst, wie wir in den letzten zwedrei Tagen beobachten durften, zahlreichen Insass_innen des bekannten links|:radikal:|liberalen Thinktanks “Facebook” sauer auf. Es scheint, genauer, eine gewisse narzisstische Kränkung zu verursachen, dass man keine klar erkennbar *richtige* Seite in der Auseinandersetzung der kommenden Tage geboten bekommt, mit der man sich tapfer identifizieren und aktivistische Memes posten kann. Anscheinend befeuert von dieser Kränkung ist derzeit viel des Gegackers darüber, dass Monsieur Macron ein Freund des allerverderblichsten Großkapitals sei, ein Arbeiterschinder und TTIP-Chlorhuhn-Arsch, persönlich an der Verelendung der Unterschichten aller Länder beteiligt und vermutlich auch Konsument von einem halben Liter eisgekühlter Waisenkindertränen täglich.

Es treffen diese Schilderungen natürlich ca. den Kern der Sache (also: “die Quintessenz”, nicht: “den Bundeskanzler”). Der Mann steht für die fortdauernde “Normalität” im Sinne des Großbürgertums, womit gesagt ist, für den fortdauernden Ausnahmezustand für alle anderen Bevölkerungruppen; dafür, dass sich “immer alles ändern muss, damit immer alles gleichbleiben kann”. Trotzdem werden wir hoffen müssen, dass die offensichtlichen, plumpen Agitationsversuche nicht verfangen, welche linken französischen Wähler_innen (und den ihnen deutschsprachig hinterherhechelnden Tagesfreizeitbesitzern) einreden wollen, es sei nun richtig, im zweiten Wahlgang *gar nicht* wählen zu gehen, denn: … [weiterlesen auf KiG!]

donnerstags die belegstellen

WEIL wir vor paar tagen so ein gespräch hatten da es drum ging was zu befürchten stünde so globalpolitisch; und mein gegenüber [wer war das nochmal bitte melden!] mir nicht glauben wollte dass in ami-land noch mancher bunker mit atomrakete rumstünde bei dem das leitsystem mit floppydisks betrieben wird;

mit – alter gibt dir! – floppydisks!;

und ich das weiss ich noch versprach belege nachzuschieben: hier bitte:

erstenszweitens. drittens.

 

grün!donnerstags müssen wir dem umstand verwinden, dass der nachrichtensprecher brian williams beim anblick von tomahawk-missiles im nachthimmel jüngst wuschig wurde und aus diesem anlass ein zitat aus “first we take manhattan” kaputtgemacht hat

der unruhige geist von leonard cohen wird brian williams im traume erscheinen.

da wird er dann rauchen und schauen und schauen und rauchen.

und wird da so milde schauen und scharf wird der rauch durch die ritzen der welt und so weiter

und sagen wird er dann nichts der herr cohen

und es wird sich herr williams schämen und schämen

und irgendein blödes arschloch wird späterhin in fussnoten den namen ‘cohen’ und die solchen oder solchen opferfeuer in bezug zueinander et zett

der traum brian williams’, des nachrichtensprechers, hat ritzen

durch diese ritzen dringt qualm von zigarren und kultfeuern raus in die welt

herr cohen wird nichts dazu sagen herr williams wird scham empfinden

und auf den flugzeugträgern die im mittelmeer herumschwimmen wird dieser oder jener techniker ganz sicher dieses oder jenes gute buch mit sich führen zum beispiel was weiss ich so ein field manual zum richtigen schießgewehrputzen oder auch die ilias

hör auf zu quengeln musé alte keilerkolonnenbespassungsinstanz

herr williams auf msnbc muss scham zu empfinden bekommen  in engen und ritzigen träumen

athene glaukopis höchstselbst wird milde ihn anschauen

im lockeren anzug herrn cohens wird sie sitzen

im lockeren anzug herrn cohens

hör auf zu quengeln musé und sieh diese scheisse dir an:

Autorität und Kleinganoventum. Eine Übersicht.

Das Folgende erschien mir alles bisher selbstverständlich, nicht der Rede wert; erschien mir als *Ausgangspunkt* möglicher Gespräche über die Welt, in der wir leben, und nicht als deren potentieller *Gegenstand*. Ich wurde kürzlich drauf hingewiesen, dass dem nicht so sei, und dass ich’s mal aufschreiben solle. Ok. Hier bitte. Die einzelnen Punkte sind übrigens alle von K. Theweleit, H. Arendt, S. Freud, nur die holprige Hauruck-Zusammenfassung ist von mir. Es geht um zwei Fragen. Erstens: Warum es immer dieses gleiche Gesupp aus Privatkonkurs und Hochstapelei ist; gerade diese und keine andere Mischpoche; warum stets dieser Bodensatz … [weiterlesen auf KiG!]

Timo Brandt interviewt mich

Dein letzter Gedichtband heißt „denunziationen. haltlose gedichte“ (2015 bei hochroth erschienen). Inwieweit ist Schreiben für dich ein Denunzieren oder Geschriebenes eine Denunziation? Und ist Haltlosigkeit eine Zwangsläufigkeit, wenn man heutzutage Gedichte schreibt?

Zur einen Frage: Nicht im Allgemeinen, vielleicht mal im Speziellen.  Zur anderen: Nein, wieso? Im Ernst: “Denunziationen” heißt das Buch, weil die Texte darin vom Gestus des habituellen Schimpfens in alle Richtungen leben, und davon, dass … [weiterlesen auf Fixpoetry]

Wahl und Kraftwerk und so weiter

Die Bäume also, hört man, fallen. Die Grazwahl ist geschlagen, und keine 24 Stunden drauf beginnt die Schaffung von Tatsachen zwischen Puntigam und Liebenau, in jenen Auen mithin, wo uns zum Staudamm dazu noch ein angeschlossenes Naherholungsgebiet versprochen wurde, als Ein noch besseres Naherholungsgebiet, als da eh schon ist; nicht mehr nur eine G’stetten mit Bäumen, sondern eine Extra-Spezial-G’stetten … Aber was wird an der dran dann so ‘extra’ sein? – …eingebaute Lautsprecher im Fuchsbau, USB-Buchsen im Boden und gratis WLAN überall? …Sträucher, an denen Schleckeis wächst? …oder doch eher nur: Ein paar komfortabel asphalterne Anfahrtschneisen, ein paar ausdifferenzierte Konsumgelegenheiten, rentabel geworden dank dem Einebnen der unüberwachbaren Nischen und dank dem Entfernen der lauschigen, zur blickgeschützten Unzucht einladenden Gebüsche; vielleicht gibt’s auch zusätzliches Wachpersonal, sodass sich G’sindl von unsolider Herkunft gar nicht mehr aufzukreuzen traut … Ja, so ungefähr denken wir uns das und erinnern uns bei dieser Gelegenheit daran, dass unser alt=neuer Burgamasta schon mal dabei ertappt wurde, Caféhäuser für “öffentlichen Raum” zu halten (Ich finde grad keinen Link zu einer Belegstelle, aber was soll’s). Aber da wir so spotten, … [weiterlesen auf KiG!]

donnerstags ist samstags and the centre cannot hold

ernst marianne binder ist tot und das ist ein schaas.

über das, was in washington-umgebung, auf der goßen schildkröteninsel im weiten weiten westen unterm weiten weiten himmel so passiert, brauchen wir an dieser stelle nicht zu reden, wozu auch?

(die schildkröten sind eifrig unter grund am bauen ihrer absprungkapseln richtung weltraum)

im engen hohen osten hier herüben zwischen hügeln bergen schneeschutzhütten reicht uns der hinweis dass sobotka und/oder doskozil …

… die dick und doof (und bert und ernie) des niedergangs der nachkriegsordnung …

… die neue regelung verantworten, dass fürderhin die taxifahrer reisedokumente kontrollieren sollen;

bei androhung der strengen strafe,

weil something something flüchtlinge.

wir nehmen diesen umstand

und legen ihn zur späteren verwendung aufs regal

donnerstags wahlplakate nummer sechs

SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL SECHS:

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SPÖ – Kontinuität! Linoleum! Stark angespannte Kiefermuskeln!

… bzw. … schauen die beiden nicht ein bisserl so aus, als wären sie – in einem paralleluniversum, in welchem sich im sog. westen arrangierte ehen als unproblematische norm gehalten haben – der brautvater und der prospektive gatte, in dem moment, da ersterer letzteren der tochter erstmals vorstellt und letzterer sich mit aller g’walt darum bemüht, nicht allzu deppert auszuschauen, dabei aber übers ziel hinausschießt und patzig-blingblingesk wirkt, was er auch merkt und das durch joviales geschwätz kompenisert, welches wiederum dem brautvater peinlich zu werden beginnt … also: dass er sich so einen deppen hat andrehen lassen … und genau in dem moment kommt die brautmutter rein, um aus dem anlass des frohen verlobungsfests die herren der schöpfung abzufotografieren, und man reisst sich zusammen, dreimal macht es klick, dieses da ist das dritte foto, das, bei dem die augen der beiden herren wieder offen sind, weil sie natürlich geblinzelt haben beim zweiten, und dieses dritte foto zeigt denn auch den moment genau, bevor die augen, alle vier, sich weiten, weil die braut bzw. tochter den moment des fotoblinzelns genutzt hat, abzuposchen … abzuhauen … durchzubrennen … davonzulaufen … sich über die häuser zu hauen … sich zu schleichen … und nie wieder nie nie wieder gesehen zu werden in jener wohnung mit den hell-dunkel-grau changierenden wänden, die wir da oben sehen, sondern statt dessen (a) lesbisch zu werden und (b) nach syrien auszuwandern, das in jener parallelwelt ein friedensreicher hort der zivilisation, der aufklärung und demgemäß der gleichberechtigung von mann, frau und genderkomplizierten personen wäre … so schauts aus … so weinen denn die putten im großen gemeindebau im großen grauen himmel über der triestersiedlung bitterlich zur internationalen, ach …

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 4

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL VIER:

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regional gut, global böse. zb auch bei der stromerzeugung. schon klar.

auch, von wegen regio vs wölt: wir denken uns den ungefähr den kleinsten gemeinsamen nenner von sigi nagl & bob marly, vorgetragen von den (sagen wir mal den) offbeat-oberlandlern. ca:

give us the teachings of his majesty / oh we don’t want / no devil / hilosophy …

 

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 3

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL DREI:

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(…)

(…)

(zurück von wem? zurück von mir? könnz ihr haben.)

(…)

(… man möcht ihnen ja nichts verwehren, den arme hascherln, den bemitleidenswerten …)

(… wie kleine weiße flauschehoppelhäschen … aber mit reißzähnen vorne drin in der häschenpapp’n)

(…)

(…)

(…)

(…)

 

 

 

 

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 2

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL ZWEI:

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das kann ja wohl nicht wahr sein.

ist das ein wahlplakat der grünen? in einer stadt mit schlechter luft, wo grade ein paar fantastilliarden bäume geschlägert werden sollen, wegen einem kraftwerk, das keiner braucht, und wo auch ein paar fantastillionen euro steuergeld verbraten werden, aus dem nämlichen grund, weil nämlich ein paar freunde von ein paar freunden vom bürgermeister dringend neue aufträge für ihre baufirmen gebraucht haben (oder so ähnlich stelllt sich der kleine maxi das vor)? also: in einer stadt, wo sich die grünen alleinstellungsmöglichkeiten und frontlinien fast von selber zeichnen würden (wenn man halt nicht selbst als funktionär_in irgendwo wohnen würd, wo die welt eh so oder so noch einigermaßen in ordnung bleibt…)

ist das, ich wiederhole mich, ein wahlplakat der grünen, oder ist das der aushang zum computerkurs für senioren “und familien” des pfarrgemeindderates gigeritzpatschen?

ist das am ende euer ernst?

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 1

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL EINS:

donnerstags_graz_wahlkampf_neos


zwei claims. einer davon sagt “graz darf alles” (übersetzung: vorschriften sind pfuigack; hausherren, die ihre mietskasernen zimmerweise per AIRB’N’B oder wie die scheisse heisst vermieten wollen, sollen nicht fürchten müssen, plötzlich abgaben zahlen zu müssen; der liberale nachtwächterstaat ist super und der markt wirds richten); dann kommt weiter unten und tendenziell weiter rechts (dh in leserichtung) “startup-hautstadt kann man wählen”, dazu fällt mir nix ein; und dann durchbricht ein pfeil die “natürliche” leserichtung und verweist uns nach rechts oben; gar nicht blöd:

erst die “globale” theorie; dann die “lokale” handlunsganweisung (“was kann ich tun, meister strolz, um dem mutigen rebellenteam anzugehören?”); schließlich das fazit, und erst, um zu ihm zu kommen, müssen wir uns soweit anstrengen, dass wir unsere augen einem pfeil folgen lassen.

ich stell mir die dazu gehörigen diskussionen in der dazu gehörigen agentur vor und möcht zuwi speiben. aber immerhin: und das muß man den neos lassen: sie sind die einzige partei, die weiß, im auftrag (a) welcher klasse sie (b) welche partikulargruppe anspricht, und (c) wofür das gut sein soll (also: (a) im auftrag des großbürgertums; (b) den eigenen nachwuchs plus paar verwirrte kreativleutchen; (c) um auch in vierzig jahren noch repräsentative demokratie spielen zu können, weil sich nämlich alles ändern muß, damit es immer immer gleich bleibt.)

donnerstags düdldei

es hatte der verfasser dieser blogposts unrecht mit der annahme, es würde der_die österreicher_in den hofer in die hofburg wählen. da samma jetzt eine runde froh drüber, aber nicht zu froh. der schaas geht weiter und die für uns relevanten entscheidungen haben was mit dem preis für goldenes klopapier in newyork und dem ergebnis von untern teppich gekehrten arbeitskämpfen sagen wir bei foxconn in 1/2 jahr oder so zu tun.

weil aber in der zwischenzeit die dunkle welt der märchen wiederkehret;

mit königen und bettlern überall;

mit kaum mehr jemandem der glaubt man könnte irgendwas verstehen;

mit allenthalben hyperventilieren weil alles immer rätselhafter usw. –

weil alles dieses: kehrt der funk zurück.

landet der funk in seinem raumschiff in z.b. dem wald von weinitzen

z.b. am fasslberg

und bringt das viehzeug dortn draussd zum grooven.

fuck hope.

funk honpe.

heisst nichts. aber. ja mei.

klingt alles so:

(bzw. so sagen mir die vogerl:)

donnerstags wegen wahl

über über morgen wird so wie es aus sieht ein faschist gewählt werden. die nach kriegs ordnung ist beim teufl.  da hier und hinter den sieben bergen bei den sieben nudel sieben so wie so. und der teufl bei dem alles ist das darfst du nicht vergessen hustinetten bär der teufl ist eigentlich ein depp und ein gemüts viech oben drein. es ist dem teufl seine groß mama um die wir sich sorgen machn müssn länger fristig. also die flücht linge und neger und schwuchtln und mindest sicherungs leutln die müssn sich wegen ihm wegen dem teufl selber sorgen machen. aber dagegen wir hustinetten bärli wir die was wir weiss sind udn die was wir eine hacken haben wir müssen nur über seine groß mama nach denken das gibt auch aus.

dem teufl seine groß mama aber heisset in vollem namen der-burgeoisie-ihr-klasser-klassen-staat. schaut hübsch aus kann fein reden flirtet appetitlich auch mit dem wildesten gesellen. oder wars früher mal so. jetzt ist sie eine groß mama und ihr enkel ist leider ein oarsch und sie selber sie stinkt aus dem mund wegen hohlen kaputten zahnderln.

weil das alles so ist und weils mir graust und weils nix nützliches zu sagen gibt und weil die welt sogar noch in der doofsten von den super helden fernseh serien (ich meine btw die legends of tomorrow) mittler weile weniger doof ein gerichtet ist als wie in der globalen wirklichkeit deshalb was soll man da zu noch sagen. blümchen gedichte eventuell ein aus weg mittel fristig? gar nicht versuchen schlau zu sein? blümchen soma himmel kiffe schnaps und erden rund. das wär aber ein schaas. weil blümchen gedichte sind lang weilig.

im ami fernsehen ist derzeit ein cross over zwischen super girl, arrow, den legends of tomorrow und dem flash. mit aliens aus dem welten all und helden team up. in dieses vier teilige cross over – das, wie schon an gedeutet, doch ziemlich deppert ist – ist mehr an hirn schmalz planung sach verstand und liebe der beteiligten geflossen als in den schaas den was die faschisten sagen dass sie machen werden. weils ihnen wurscht ist. man sollte es, dh das cross over, sich des halb an schauen als kleines blinki bunt belohnungs häppchen eh man sonntags  wählen geht.

dann warm an ziehen. ein anderes glotzo dings zitieret:

winter, hustinettenbär, is coming.