die zweite halluzination / zur lage der nation: “baggertennis / christkind”

(deliriert zum stand vom 15. 12. 2017)

es spielen zwei baggerfahrer baggertennis mit einem schweineschädel. das heißt: mit machtvoll gelben baggerschaufeln werfen die bagger von den baggerfahrern sich den schweineschädel zu. verloren hat, wessen schaufel ihn, den schweinskopf, nicht mehr fängt, oder bei wem der schweineschädel aufplatzt und also alles vollsaut mit dem gatsch, wie er in schweineschädeln eben drin zu sein pflegt – die baggerschaufel vollsaut, und die kabinenscheibe vollsaut, und die reifen und den erdboden rundherum sowieso vollsaut.

der verlierer muss dann ein tutu anziehen, die schweine-schweinerei wegputzen und dabei die erklärung zur menschenrechtsstadt graz von 2001 laut und klar und deutlich singen, wobei es gilt, die töne ganz genau zu treffen, oider, weil: das christkind hört zu und muss weinen, wenn du schirch singst. der gewinner dagegen hat gewonnen, und das ist doch auch etwas wert, nichtwahr?

… das christkindl aber, es sitzt in mittlerer distanz hinter den grauen, tiefhängenden wolken und denkt sich seinen teil. sein christkindlblick schweift, da der schweineschädel munter hin und her hüpft, über die weite rodungsbrache hin, entlang der abgeholzten böschung, wo die gelben bagger zwischen gatschbraun, stahlblau und dem verblichenen türkis von durchsichtigen werbebannern beinahe leuchten. und wirklich – das christkind hört den baggerfahrern zu, die sich in gutturalem steirisch irgendeinen hundserbärmlichen unsinn zurufen, betreffend das wetter und die formel I und den beziehungsstatus von andreas gabalier; lauter unsinn freilich, den wir ernst zu nehmen lernen sollten, denn immerhin haben wir ja meinungsfreiheit, nicht wahr?

das christkind, da es zuhört und mit trägem blick dem gehopse von dem schweineschädel folgt, säuft sich auf seiner breiten dunkelgrauen wolke einen fetzen an, der sich gewaschen haben wird, denn anders als mit hipster-bio-gin und wuzelzigarette ist diese steiermark hier wirklich nicht mehr zu ertragen. christkindlein meditiert über die frage, ob sich städte nun deshalb zu dörfern zurückentwickeln, *weil* die fpövp sie regiert, oder ob andererseits dorfbewohner eben eher fpövp wählen als städter, in welchem falle die ursachen für das erodieren so vieler früher mal errungenen zivilisiertheiten hier zu graz eher zu suchen sein würden bei, was weiß schon das liebe christkind, lohnstückkosten in der ziegelbranche in südungarn oder so …

… erstere option, denkt das christkind und nimmt einen kräftigen schluck, hätte den vorzug, dass in ihr noch der widerschein eines primats der politik über die wirtschaft leuchtet, freilich unter dem vorzeichen, dass das schönste primat nichts nützt, wenn die verantwortlichen nicht daran glauben und/oder zu deppert sind, es zu nutzen; zweiteres erklärungsmuster dagegen erscheint dem christkind als die dialektisch-materialistische position zum thema und stimmt darüber hinaus auch mit dem umstand überein, dass die welt, wie das liebe christkindl weiß, ein weiter, wilder und gruseliger ort ist, an dem anderswo die leute nochmal ganz andere sorgen haben als das bissl verdorfung, zersiedelung und bedümmlichung, das hier so ansteht.

das liebe christkindlein ist jetzt grade da, wo es ist, und nirgends anders, weil es den beiden baggerfahrern dort unten zu weihnachten je einen job in der nächsten bundesregierung bringen soll, und da muss es vorher nachsehen, ob die auch brav waren. schaut aus, denkt sich’s, und wuzelt sich eine tschick zum gin. brav fuhren beide baggerfahrer bagger dieses ganze letzte jahr hindurch, schütteten erde, steine, unterholz auf den jeweils korrekten haufen, plätteten auch den vordem gar zu luftig-losen gatsch zur uferrampe an der wilden mur, damit man klumpert lagern und heranführen kann. einer der beiden hat sogar einen hochschulabschluss in irgendwas unwichtigem mit viel text, aber das baggerfahren war besser bezahlt als die assistentenstelle.

brav brav, denkt also gelangweilt das christkind und raucht, aber eigentlich ist mir das alles so, so wurscht … und wann schneit es endlich wieder? auf einmal kommt ihm vor, dass der schweinskopf, der vorm grauen, grauen himmel rosa bahnen zeichnet, weil die baggerschaufeln ihn schupfen, dass also dieser schweinskopf ihm in die augen schaut. kann aber eigentlich nicht sein, schon allein wegen der distanz … und das christkind wünscht sich zu weihnachten (so sagt es still und leis bei sich dem schweinskopf in der grauen grazer luft in seine schweinskopfaugen):

erstens, dass alle menschen lieb zueinander sind, und aber zweitens einen merkava-kampfpanzer, und …

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unqualifizierte halluzination / zur lage der nation.

Wien, Stephansplatz. Ein Reisebus fährt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über den Platz, direkt an der Dompforte vorbei. Die Zettelverteiler und die Fremdenführer in ihren Mozartperücken hüpfen beiseite, dass es eine Freude zum Zuschauen ist. (Um die Tauben und die Touristen machen wir uns mal keine Sorgen, sie nicken weiter blöde vor sich hin und bewegen sich in schützenden Großgruppen übers Pflaster.) Ein Geistlicher stolpert, aber das ist uns auch wurscht. Da der Bus laut quietschend zum Stehen kommt, blockiert er sowohl den Autoverkehr am Eck Rotenturmstrasse alsauch den Fiakerstandplatz beim Dom. Es wird gehupt. Es scharrt ein Pferd mit Hufen. Laut fluchend kommt ein Kutscher näher. Er liest die die Aufschrift auf der Seite des Busses, Türkis und Dunkelblau auf braunem Grund, sie lautet

Vom Sebastibasti Kurzikurz seinen Segelohren ihre Segeltörns im Meer der Geschichte durch die Untiefen der österreichischen Realverfassung so, wie Robert Menasse sie uns erklärt hat. Das Fernziel ist Takatuka-Land, aber fürs Erste reicht uns Deutsch-Österreich.

Irgendwie geht sich das alles in den paar wenigen schwungvoll gesetzten Lettern aus, die wir da sehen. Vorne auf dem Bus lesen wir außerdem, in Spiegelschrift wie bei Rettungswägen:

Man beachte, dass hier immerhin nicht unkommentiert ‘Geilomobil’ draufsteht.

Mit einem lauten Zischen der Hydraulik öffent sich vorne die Bustür. Leguane, MurmeltiereBisamratten und Paviane in putzigen Lederhosen und Dirndlkleidern steigen aus, untereinander mit menschlichen Stimmen schnatternd, und stehen in Kleingrüppchen auf dem Pflaster rum. Beeindruckt blinzeln sie den Dom und den Mannerschnitten-Flagship-Store an. Diejenigen, die Smartphones oder Fotoapparate mit sich tragen, machen Selfies.

Hinter ihnen entsteigt seinem Gefährt der Busfahrer. Er ist ein Oarsch mit Ohren, aber ohne die Ohren, und er raucht durch das Oarschloch, das hier den Mund darstellt, eine würzige Zigarette. Er hat nach einigen Monaten der Abstinenz wieder angefangen zu rauchen, wie wir wissen. Aber woher wir das wissen, wissen wir nicht.

Taxler, Passanten und Fiakerfahrer erheben …

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notiz zur wahl 17

sg. SPÖ – gehen wir doch einfach davon aus, dass dass deine rolle ab übermorgen so oder so in der OPPOSITION zu sein hat. weil: entweder, der kurze gwinnt. schwarzrot würd aber genau den gleichen dreck machen wie schwarzblau, nur kompetenter (=schlimmer), und würd die glaubwürdigkeit der sozialdemokratie beschädigen. also: gehts lieber in opposition.  oder der kern gwinnt. alleinregierung wird sich aber ned ausgehen, rotgrün eher aa net. also was wollts: rotschwarz weiterscheisserln, oder rotblau auf generationen hinaus jede motivation für linke und gemässigte untergraben, euch nochmal was zu glauben? also: lasst den kurzen machen. das blaue kuriositätenkabinett wird einen skandal nach dem anderen liefern und auf spektakulär dummdreiste art an den grundlagen des rechtsstaats rühren; der funktioniert aber in Ö, und deshalb werden die sich innert weniger jahre wieder selbst weggesprengt haben.

jetzt OPPO is tatsächlich die am wenigsten schädliche variante fürs land und die partei.

und weil das so ist, kann man eigentlich auch gleich statt euch die partei mit dem sozialdemokratischen programm – also die KPÖ+ – wählen und hoffen, dass sie ins parlament kommt und mit euch z’samm, liebe SPÖ, dann der bürgerregierung saures gibt.

Fronk Reisch! Fronk Reisch!

Meine Damen und Herren Vernunftskeptiker; liebe zigtausende Politstrateg_innen daheim an den Empfangsgeräten; sehr geehrte nützliche Idioten!

In Fronkreisch ist also in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl mit Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron ein erzliberaler Volldepp jener Gegenkandidat, den wählen wird müssen, wer nicht behilflich sein will, die offene Faschistin Marine LePen zu ermöglichen. Nun ist es schlechterdings unmöglich, sich diesen Wahlgang (Match “*eppen gegen *öcher”, das er ist) irgend als epischen Showdown “Gut gegen Böse” zu verkaufen. Das wiederum stösst, wie wir in den letzten zwedrei Tagen beobachten durften, zahlreichen Insass_innen des bekannten links|:radikal:|liberalen Thinktanks “Facebook” sauer auf. Es scheint, genauer, eine gewisse narzisstische Kränkung zu verursachen, dass man keine klar erkennbar *richtige* Seite in der Auseinandersetzung der kommenden Tage geboten bekommt, mit der man sich tapfer identifizieren und aktivistische Memes posten kann. Anscheinend befeuert von dieser Kränkung ist derzeit viel des Gegackers darüber, dass Monsieur Macron ein Freund des allerverderblichsten Großkapitals sei, ein Arbeiterschinder und TTIP-Chlorhuhn-Arsch, persönlich an der Verelendung der Unterschichten aller Länder beteiligt und vermutlich auch Konsument von einem halben Liter eisgekühlter Waisenkindertränen täglich.

Es treffen diese Schilderungen natürlich ca. den Kern der Sache (also: “die Quintessenz”, nicht: “den Bundeskanzler”). Der Mann steht für die fortdauernde “Normalität” im Sinne des Großbürgertums, womit gesagt ist, für den fortdauernden Ausnahmezustand für alle anderen Bevölkerungruppen; dafür, dass sich “immer alles ändern muss, damit immer alles gleichbleiben kann”. Trotzdem werden wir hoffen müssen, dass die offensichtlichen, plumpen Agitationsversuche nicht verfangen, welche linken französischen Wähler_innen (und den ihnen deutschsprachig hinterherhechelnden Tagesfreizeitbesitzern) einreden wollen, es sei nun richtig, im zweiten Wahlgang *gar nicht* wählen zu gehen, denn: … [weiterlesen auf KiG!]

donnerstags die belegstellen

WEIL wir vor paar tagen so ein gespräch hatten da es drum ging was zu befürchten stünde so globalpolitisch; und mein gegenüber [wer war das nochmal bitte melden!] mir nicht glauben wollte dass in ami-land noch mancher bunker mit atomrakete rumstünde bei dem das leitsystem mit floppydisks betrieben wird;

mit – alter gibt dir! – floppydisks!;

und ich das weiss ich noch versprach belege nachzuschieben: hier bitte:

erstenszweitens. drittens.

 

grün!donnerstags müssen wir dem umstand verwinden, dass der nachrichtensprecher brian williams beim anblick von tomahawk-missiles im nachthimmel jüngst wuschig wurde und aus diesem anlass ein zitat aus “first we take manhattan” kaputtgemacht hat

der unruhige geist von leonard cohen wird brian williams im traume erscheinen.

da wird er dann rauchen und schauen und schauen und rauchen.

und wird da so milde schauen und scharf wird der rauch durch die ritzen der welt und so weiter

und sagen wird er dann nichts der herr cohen

und es wird sich herr williams schämen und schämen

und irgendein blödes arschloch wird späterhin in fussnoten den namen ‘cohen’ und die solchen oder solchen opferfeuer in bezug zueinander et zett

der traum brian williams’, des nachrichtensprechers, hat ritzen

durch diese ritzen dringt qualm von zigarren und kultfeuern raus in die welt

herr cohen wird nichts dazu sagen herr williams wird scham empfinden

und auf den flugzeugträgern die im mittelmeer herumschwimmen wird dieser oder jener techniker ganz sicher dieses oder jenes gute buch mit sich führen zum beispiel was weiss ich so ein field manual zum richtigen schießgewehrputzen oder auch die ilias

hör auf zu quengeln musé alte keilerkolonnenbespassungsinstanz

herr williams auf msnbc muss scham zu empfinden bekommen  in engen und ritzigen träumen

athene glaukopis höchstselbst wird milde ihn anschauen

im lockeren anzug herrn cohens wird sie sitzen

im lockeren anzug herrn cohens

hör auf zu quengeln musé und sieh diese scheisse dir an:

Autorität und Kleinganoventum. Eine Übersicht.

Das Folgende erschien mir alles bisher selbstverständlich, nicht der Rede wert; erschien mir als *Ausgangspunkt* möglicher Gespräche über die Welt, in der wir leben, und nicht als deren potentieller *Gegenstand*. Ich wurde kürzlich drauf hingewiesen, dass dem nicht so sei, und dass ich’s mal aufschreiben solle. Ok. Hier bitte. Die einzelnen Punkte sind übrigens alle von K. Theweleit, H. Arendt, S. Freud, nur die holprige Hauruck-Zusammenfassung ist von mir. Es geht um zwei Fragen. Erstens: Warum es immer dieses gleiche Gesupp aus Privatkonkurs und Hochstapelei ist; gerade diese und keine andere Mischpoche; warum stets dieser Bodensatz … [weiterlesen auf KiG!]

Timo Brandt interviewt mich

Dein letzter Gedichtband heißt „denunziationen. haltlose gedichte“ (2015 bei hochroth erschienen). Inwieweit ist Schreiben für dich ein Denunzieren oder Geschriebenes eine Denunziation? Und ist Haltlosigkeit eine Zwangsläufigkeit, wenn man heutzutage Gedichte schreibt?

Zur einen Frage: Nicht im Allgemeinen, vielleicht mal im Speziellen.  Zur anderen: Nein, wieso? Im Ernst: “Denunziationen” heißt das Buch, weil die Texte darin vom Gestus des habituellen Schimpfens in alle Richtungen leben, und davon, dass … [weiterlesen auf Fixpoetry]

Wahl und Kraftwerk und so weiter

Die Bäume also, hört man, fallen. Die Grazwahl ist geschlagen, und keine 24 Stunden drauf beginnt die Schaffung von Tatsachen zwischen Puntigam und Liebenau, in jenen Auen mithin, wo uns zum Staudamm dazu noch ein angeschlossenes Naherholungsgebiet versprochen wurde, als Ein noch besseres Naherholungsgebiet, als da eh schon ist; nicht mehr nur eine G’stetten mit Bäumen, sondern eine Extra-Spezial-G’stetten … Aber was wird an der dran dann so ‘extra’ sein? – …eingebaute Lautsprecher im Fuchsbau, USB-Buchsen im Boden und gratis WLAN überall? …Sträucher, an denen Schleckeis wächst? …oder doch eher nur: Ein paar komfortabel asphalterne Anfahrtschneisen, ein paar ausdifferenzierte Konsumgelegenheiten, rentabel geworden dank dem Einebnen der unüberwachbaren Nischen und dank dem Entfernen der lauschigen, zur blickgeschützten Unzucht einladenden Gebüsche; vielleicht gibt’s auch zusätzliches Wachpersonal, sodass sich G’sindl von unsolider Herkunft gar nicht mehr aufzukreuzen traut … Ja, so ungefähr denken wir uns das und erinnern uns bei dieser Gelegenheit daran, dass unser alt=neuer Burgamasta schon mal dabei ertappt wurde, Caféhäuser für “öffentlichen Raum” zu halten (Ich finde grad keinen Link zu einer Belegstelle, aber was soll’s). Aber da wir so spotten, … [weiterlesen auf KiG!]

donnerstags ist samstags and the centre cannot hold

ernst marianne binder ist tot und das ist ein schaas.

über das, was in washington-umgebung, auf der goßen schildkröteninsel im weiten weiten westen unterm weiten weiten himmel so passiert, brauchen wir an dieser stelle nicht zu reden, wozu auch?

(die schildkröten sind eifrig unter grund am bauen ihrer absprungkapseln richtung weltraum)

im engen hohen osten hier herüben zwischen hügeln bergen schneeschutzhütten reicht uns der hinweis dass sobotka und/oder doskozil …

… die dick und doof (und bert und ernie) des niedergangs der nachkriegsordnung …

… die neue regelung verantworten, dass fürderhin die taxifahrer reisedokumente kontrollieren sollen;

bei androhung der strengen strafe,

weil something something flüchtlinge.

wir nehmen diesen umstand

und legen ihn zur späteren verwendung aufs regal

donnerstags wahlplakate nummer sechs

SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL SECHS:

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SPÖ – Kontinuität! Linoleum! Stark angespannte Kiefermuskeln!

… bzw. … schauen die beiden nicht ein bisserl so aus, als wären sie – in einem paralleluniversum, in welchem sich im sog. westen arrangierte ehen als unproblematische norm gehalten haben – der brautvater und der prospektive gatte, in dem moment, da ersterer letzteren der tochter erstmals vorstellt und letzterer sich mit aller g’walt darum bemüht, nicht allzu deppert auszuschauen, dabei aber übers ziel hinausschießt und patzig-blingblingesk wirkt, was er auch merkt und das durch joviales geschwätz kompenisert, welches wiederum dem brautvater peinlich zu werden beginnt … also: dass er sich so einen deppen hat andrehen lassen … und genau in dem moment kommt die brautmutter rein, um aus dem anlass des frohen verlobungsfests die herren der schöpfung abzufotografieren, und man reisst sich zusammen, dreimal macht es klick, dieses da ist das dritte foto, das, bei dem die augen der beiden herren wieder offen sind, weil sie natürlich geblinzelt haben beim zweiten, und dieses dritte foto zeigt denn auch den moment genau, bevor die augen, alle vier, sich weiten, weil die braut bzw. tochter den moment des fotoblinzelns genutzt hat, abzuposchen … abzuhauen … durchzubrennen … davonzulaufen … sich über die häuser zu hauen … sich zu schleichen … und nie wieder nie nie wieder gesehen zu werden in jener wohnung mit den hell-dunkel-grau changierenden wänden, die wir da oben sehen, sondern statt dessen (a) lesbisch zu werden und (b) nach syrien auszuwandern, das in jener parallelwelt ein friedensreicher hort der zivilisation, der aufklärung und demgemäß der gleichberechtigung von mann, frau und genderkomplizierten personen wäre … so schauts aus … so weinen denn die putten im großen gemeindebau im großen grauen himmel über der triestersiedlung bitterlich zur internationalen, ach …

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 4

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL VIER:

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regional gut, global böse. zb auch bei der stromerzeugung. schon klar.

auch, von wegen regio vs wölt: wir denken uns den ungefähr den kleinsten gemeinsamen nenner von sigi nagl & bob marly, vorgetragen von den (sagen wir mal den) offbeat-oberlandlern. ca:

give us the teachings of his majesty / oh we don’t want / no devil / hilosophy …

 

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 3

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL DREI:

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(…)

(…)

(zurück von wem? zurück von mir? könnz ihr haben.)

(…)

(… man möcht ihnen ja nichts verwehren, den arme hascherln, den bemitleidenswerten …)

(… wie kleine weiße flauschehoppelhäschen … aber mit reißzähnen vorne drin in der häschenpapp’n)

(…)

(…)

(…)

(…)

 

 

 

 

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 2

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL ZWEI:

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das kann ja wohl nicht wahr sein.

ist das ein wahlplakat der grünen? in einer stadt mit schlechter luft, wo grade ein paar fantastilliarden bäume geschlägert werden sollen, wegen einem kraftwerk, das keiner braucht, und wo auch ein paar fantastillionen euro steuergeld verbraten werden, aus dem nämlichen grund, weil nämlich ein paar freunde von ein paar freunden vom bürgermeister dringend neue aufträge für ihre baufirmen gebraucht haben (oder so ähnlich stelllt sich der kleine maxi das vor)? also: in einer stadt, wo sich die grünen alleinstellungsmöglichkeiten und frontlinien fast von selber zeichnen würden (wenn man halt nicht selbst als funktionär_in irgendwo wohnen würd, wo die welt eh so oder so noch einigermaßen in ordnung bleibt…)

ist das, ich wiederhole mich, ein wahlplakat der grünen, oder ist das der aushang zum computerkurs für senioren “und familien” des pfarrgemeindderates gigeritzpatschen?

ist das am ende euer ernst?

donnerstags nachtrag mit wahlplakate rezensieren nummer 1

schdramm sitzt in meinem schädel drein ein zinn=soll=dat’ / als wie ein oarsch und turrn=prrofessohr. / der herrscht mich an und sagt / mit feuerfunkenaugen: “so geht das nicht, schmitzer. wenn du beschließt du schreibst an jedem donnerstag ein blogupdate. dann musstu auch eins schreiben. sonst werweiss sonst was sonst noch sonst passieret.” in diesem zinnsoldatensinne folgen: vier nachträge für vier verpassten donnerstage (vom fuffzehntn dezemm- bis fünftn jänn-ér), und dann noch einen letzten, weil schon wieder jetzt und also donnerdtag, der zwölfte erste ist. envoi (und mit fanfarenschmettern):


SCHMITZER REZENSIERT PLAKATE ZUM GRAZER GEMEINDERATSWAHLKAMPF.
TEIL EINS:

donnerstags_graz_wahlkampf_neos


zwei claims. einer davon sagt “graz darf alles” (übersetzung: vorschriften sind pfuigack; hausherren, die ihre mietskasernen zimmerweise per AIRB’N’B oder wie die scheisse heisst vermieten wollen, sollen nicht fürchten müssen, plötzlich abgaben zahlen zu müssen; der liberale nachtwächterstaat ist super und der markt wirds richten); dann kommt weiter unten und tendenziell weiter rechts (dh in leserichtung) “startup-hautstadt kann man wählen”, dazu fällt mir nix ein; und dann durchbricht ein pfeil die “natürliche” leserichtung und verweist uns nach rechts oben; gar nicht blöd:

erst die “globale” theorie; dann die “lokale” handlunsganweisung (“was kann ich tun, meister strolz, um dem mutigen rebellenteam anzugehören?”); schließlich das fazit, und erst, um zu ihm zu kommen, müssen wir uns soweit anstrengen, dass wir unsere augen einem pfeil folgen lassen.

ich stell mir die dazu gehörigen diskussionen in der dazu gehörigen agentur vor und möcht zuwi speiben. aber immerhin: und das muß man den neos lassen: sie sind die einzige partei, die weiß, im auftrag (a) welcher klasse sie (b) welche partikulargruppe anspricht, und (c) wofür das gut sein soll (also: (a) im auftrag des großbürgertums; (b) den eigenen nachwuchs plus paar verwirrte kreativleutchen; (c) um auch in vierzig jahren noch repräsentative demokratie spielen zu können, weil sich nämlich alles ändern muß, damit es immer immer gleich bleibt.)

donnerstags düdldei

es hatte der verfasser dieser blogposts unrecht mit der annahme, es würde der_die österreicher_in den hofer in die hofburg wählen. da samma jetzt eine runde froh drüber, aber nicht zu froh. der schaas geht weiter und die für uns relevanten entscheidungen haben was mit dem preis für goldenes klopapier in newyork und dem ergebnis von untern teppich gekehrten arbeitskämpfen sagen wir bei foxconn in 1/2 jahr oder so zu tun.

weil aber in der zwischenzeit die dunkle welt der märchen wiederkehret;

mit königen und bettlern überall;

mit kaum mehr jemandem der glaubt man könnte irgendwas verstehen;

mit allenthalben hyperventilieren weil alles immer rätselhafter usw. –

weil alles dieses: kehrt der funk zurück.

landet der funk in seinem raumschiff in z.b. dem wald von weinitzen

z.b. am fasslberg

und bringt das viehzeug dortn draussd zum grooven.

fuck hope.

funk honpe.

heisst nichts. aber. ja mei.

klingt alles so:

(bzw. so sagen mir die vogerl:)

donnerstags wegen wahl

über über morgen wird so wie es aus sieht ein faschist gewählt werden. die nach kriegs ordnung ist beim teufl.  da hier und hinter den sieben bergen bei den sieben nudel sieben so wie so. und der teufl bei dem alles ist das darfst du nicht vergessen hustinetten bär der teufl ist eigentlich ein depp und ein gemüts viech oben drein. es ist dem teufl seine groß mama um die wir sich sorgen machn müssn länger fristig. also die flücht linge und neger und schwuchtln und mindest sicherungs leutln die müssn sich wegen ihm wegen dem teufl selber sorgen machen. aber dagegen wir hustinetten bärli wir die was wir weiss sind udn die was wir eine hacken haben wir müssen nur über seine groß mama nach denken das gibt auch aus.

dem teufl seine groß mama aber heisset in vollem namen der-burgeoisie-ihr-klasser-klassen-staat. schaut hübsch aus kann fein reden flirtet appetitlich auch mit dem wildesten gesellen. oder wars früher mal so. jetzt ist sie eine groß mama und ihr enkel ist leider ein oarsch und sie selber sie stinkt aus dem mund wegen hohlen kaputten zahnderln.

weil das alles so ist und weils mir graust und weils nix nützliches zu sagen gibt und weil die welt sogar noch in der doofsten von den super helden fernseh serien (ich meine btw die legends of tomorrow) mittler weile weniger doof ein gerichtet ist als wie in der globalen wirklichkeit deshalb was soll man da zu noch sagen. blümchen gedichte eventuell ein aus weg mittel fristig? gar nicht versuchen schlau zu sein? blümchen soma himmel kiffe schnaps und erden rund. das wär aber ein schaas. weil blümchen gedichte sind lang weilig.

im ami fernsehen ist derzeit ein cross over zwischen super girl, arrow, den legends of tomorrow und dem flash. mit aliens aus dem welten all und helden team up. in dieses vier teilige cross over – das, wie schon an gedeutet, doch ziemlich deppert ist – ist mehr an hirn schmalz planung sach verstand und liebe der beteiligten geflossen als in den schaas den was die faschisten sagen dass sie machen werden. weils ihnen wurscht ist. man sollte es, dh das cross over, sich des halb an schauen als kleines blinki bunt belohnungs häppchen eh man sonntags  wählen geht.

dann warm an ziehen. ein anderes glotzo dings zitieret:

winter, hustinettenbär, is coming.

donnerstags 1 dramolett vong lage vong nation her

ein ganzer chor von als engerl verkleideten volksschulkindern wird an schnüren auf die bühne heruntergelassen. quietsch- und scharrgeräusche aus der kulisse zerstören die illusion, dass sie schweben würden. die engerl gruppieren sich an den bühnenrändern und stehen dort wenig verloren rum. sie glubschen ins dunkle des parketts, zupfen an ihren kostümen und flügelchen rum und warten offenkundig auf ihren einsatz. nicht, dass wir aus ihren bewegungen und blicken eindeutig entschlüsseln könnten, woher der dann kommen soll, aber egal.

es betreten nun die bühne vier identisch billig und hässlich gekleidete personen beiderlei geschlechts, die von schärpen um ihren leib hilfreich als zwei “hoferwähler” und zwei “bellowähler” ausgewiesen werden. sie stellen sich an die rampe und gucken sich feindselig an.

ein “hoferwähler” setzt an, etwas zu sagen. er lässt sich zeit. neugierig hängen die anderen drei protagonisten an seinen lippen. augen, weit geöffnet, fragend, auf alles gefasst.

da er endlich zu reden beginnt, biegt in der nähe (ach ja, genau – wir befinden uns in einer freilichtbühne) ein lastwagen um eine ecke und macht so viel krawall, dass man nix mehr versteht. das publikum ist irritiert. die schauspieler bleiben eisern in ihrer rolle – die grünwählerin antwortet gerade, hochempört und fuchtelnd – obwohl sie sich fast sicher nichtmal selber reden hören. ein engerl bohrt in der nase.

nun senkt sich ein banner zwischen publikum und bühne. darauf steht:

ES BEDARF HIER KEINER KARIKATUR. ES BEDARF HIER AUCH KEINES LEITARTIKELS. ES BEDARF KEINER ARGUMENTE UND KEINER DEMASKIERENDEN SATIRE; WIR MÜSSEN UNS ÜBERHAUPT NICHT DAMIT BESCHÄFTIGEN, WAS DIE DA AUF DER BÜHNE IM EINZELNEN REDEN. ÜBERHAUPT IST JEDER VERSUCH VERFEHLT UND ZU VERURTEILEN, AUS DER DERZEITIGEN GESAMTSITUATION ÄSTHETISCH-LEBENSGEFÜHLIGEN MEHRWERT ZU SCHINDEN. WER MAG, DARF SICH DAMIT TRÖSTEN, DASS WIR ES NIE WIEDER SO BILLIG WIE IN DEN NÄCHSTEN PAAR JAHREN BEKOMMEN WERDEN, UNS “AUF DER RICHTIGEN SEITE” ZU WÄHNEN, WENN WIR NICHTS ALS WIE UNSEREM TAGWERK NACHGEHEN, VORAUSGESETZT, ES HAT DIE RICHTIGE HAUTFARBE, WER SICH SO TRÖSTET, WEIL SONST WIRD ER EH SCHEISSEN GEHEN KÖNNEN.

das publikum, da es alles dieses langsam entziffert, ist erstaunt und murmelt hin und her.

plötzlich steht der lastwagen, der grade noch den lauten krawall gemacht hat, im parkett. er muss sich angeschlichen haben. hahaha. mehrere gegenstände aus holz splittern. lächerlich uniformierte gestalten springen von der ladefläche des lastwagens. sie picken sich gezielt und anhand von listen auf mitgebrachten klemmbrettern alle personen jüdischen oder islamischen glaubens aus der menge der zuseher_innen, ausserdem leute mit einem jahreseinkommen unter € 26.000,-, stark übergewichtige frauen und männer, die zuviele pflegeprodukte benutzen. sie schlagenen ihnen ohne federlesens mit baseballschlägern ihre schädel ein. hirnmasse, blut und eiter spritzen durch die gegend. fluchtversuche erweisen sich als zwecklos.

das restliche publikum braucht einen moment, um zu verstehen, dass es sich bei alledem um einen teil der darbietung handelt und beginnt endlich, nervös zu klatschen.

das beschriftete banner an der rampe fällt nun zu boden, der blick auf die bühne ist wieder frei. die engerln haben sich auf die vier wähler_innendarsteller gestürzt und zerfleischen sie mit zähnen und klauen. nun, da wir genauer hinsehen, bemerken wir, dass sie in wahrheit gar keine volksschulkinder sind, sondern die art von schlank-androgynen, aber eindeutig schon über-achtzehnjährigen mädchen (fingers crossed, nichtwahr), wie philip hautmann, autor des bekannten und mit der vorliegenden parabel nichts zu tun habenden romans “yorick”, sie in seiner facebook-timeline zu posten pflegt; und noch dazu passt die ganze situation auf solch eine erkenntnis wie die faust aufs auge, wie der baseballprügel in das hinterhirn. hahaha. da sie, die engelchen, bemerken, dass man sie wieder sieht,  richten sie sich auf und singen zur melodie des bleibten volksliedes “wenn alle brünnlein fließen”:

HÖRTS ENDLICH AUF ZU GLAU-BEN / MIT’M BESSER’N ARGU-MENT / GE-WINNTS IHR EINEN BLUMENTOF / JU-JA-BLUMENTOPF / IHR HABTS DA WAS VERPENNT.

die engel singen überraschend gut, wenn man die umstände bedenkt.

schreie.

vorhang.

donnerstags noch so ein unfug

uuund weil wir sonst noch nicht genug sorgen haben (wintereinbruch, zahnarzttermin, amerikanische atomraketen in griffweite eines tollwütigen  oompaloompas mit chronischer neurodermitis), lässt KiG! uns wissen, also uns, die beiträger_innen des KiG-eigenen webmagazins, dass es in diesem webmagazin fürs erste keine neuen beiträge mehr geben wird, mangels nämlich budget.

das suckt.

das suckt nicht so sehr der paar euro fuffzig wegen, die die arbeit für KiG uns pro monat einbrachte – obwohl auch diese paar euro fuffzig uns jederzeit willkommen und nützlich waren, der november-nuss in den putzigen klauen des mühsam sich nährenden eichhörnchens gleich – sondern das suckt vor allem, weil es einen weiteren beitrag zur asphaltierung der grazer medien- und diskurslandschaft darstellt. wieder ein medium, eine echokammer, ein gesprächsraum weniger, in dem irgendwas anderes, ggf komplexeres, substanzielleres, grantigeres, oft zugegeben ungepflegteres geschrieben werden darf als in der kleinen zeitung nebst ihren angeschlossenen schlumpfdörfern.

das suckt auch, weil es ein weiteres alarmglöckerl ist, welches uns drauf hinklingelt, dass die halbwegs gemütlichen nischen im kultur- und subkulturbereich immer weniger werden; dass wir uns das voranschreitende  auseinanderdividiert-werden des sogenannten kulturbetriebs nicht einbilden; sein auseinanderdividiert-werden nämlich in:

(a) hochkultur und repräsentationsquack (istgleich: zeug, das zwar inhaltlich und formal sowohl geil alsauch substanziell ernstzunehmend sein darf, aber zu dessen produktion du nur zugelassen bist, wenn du dich habituell den doofsten schnöseln angleichst, die abends ausgehen, um keinen spaß zu haben);

(b) unterhaltungsblinkibunt (istgleich: zeug, dass schon noch ggf. geil sein darf, solang es nicht in die substanz geht; und wo du dir dann auch aussuchen musst, ob es fomal ODER inhaltlich geil ist, weil beides wär zu viel; und das du auch nur um den preis produzieren darfst, dass du dich marktmäßig verhältst als wie eine ein-personen-handwerks-gmbh) und

(c) hobbykunst (du kulturst neben einem anderweitigen brotberuf vor dich hin, und du kümmerst dich deswegen auch nicht drum, ob du den regeln des hochkultur-traras genügst? dann ab mit dir in des selbe gesellschaftliche gehege wie die facebook-trolle und das kunsttöpferei-kränzchen irgendwelcher besserer gattinnen – nutzt’s nix schad’s nix, und wohl bekomme dir der ruch des irrelevanz, des scheiterns, der dir nun anhaftet!)

die schärfe, mit der sich diese aufteilung zunehmend vollzieht, ist schädlich und oarsch; sie entspricht den zunehmend ebenso schärfer gezogenen grenzen zwischen den klassen, dem verschwinden des sog. mittelstands, der langsamen zerstörung der öffentlichen verkehrsnetze und sonstigen infrastrukturen; er wäre aufhaltbar, aber das müsste man als wähler_in und verwaltungsfunktionär_in wollen.

 

Ein Sendschreiben ins Jenseits

freiheit_grossSt. Jörg vom Phaeton; Rächer der Enterbten; Bärentaler Lindwurmtöter; Dr. Haider, altes Schreckgespenst! Wenden Sie bitte kurz Ihre astrale Aufmerksamkeit von den androgynen Walküren ab, von denen Sie in Wotans wonniger Wohnstatt Walhalla umwuselt werden, wo waltend Sie weilen und weihevoll wundersam wummernden Chören aus Kehlen verewigter Kärntner … äh … zuhören (oder so ähnlich stellen wir uns vor, dass Ihr bevorzugtes Jenseits aussehen könnte, und wir gönnen’s Ihnen gerne; können Sie doch da, wo Sie jetzt sind, keinen zusätzlichen Schaden im Diesseits mehr anrichten); nochmal: Hören Sie her, Havariehengst! Sie haben nämlich gewonnen. Gratulation! Egal, wie … [weiterlesen auf KiG!]

MACHT MEDIEN!

interview_mit_franz_mali_grossJetzt habe ich zwei Tage (also: nicht zwei ganze Arbeitstage, aber doch Arbeitszeit an zweien Tagen) damit verbracht, an einem KiG-Beitrag zu schreiben, der im Wesentlichen aus verschiedenen Sorten von Schimpf, Spott und Häme an die Adresse der Webseite und Kleinezeitung-Beilage fttr.at (bzw. “rettuF” für die Printausgabe) bestanden hätte. Meine zwei zentralen Gedanken dort: Erstens, dass “fttr” auf ziemlich durchsichtige Weise bloß simuliert, was es “in echt” zu sein verspricht; was man zweitens daran erkennen könne, dass von dem repräsentierten Habitus bloß das Unproblematische, Unpolitische – die Konsum- und Stilberatung für Leutchen in der ersten eigenen Wohnung – übrigbleibe.

Doch kaum hatte ich die fertige Schmähschrift an die p.t. KiG-Redaktion geschickt, entdeckte ich, dass …[weiterlesen auf KiG!]