IM GRÜNEN mit .aufzeichnensysteme – buchpräsentation und lesung

13.11.2017 | 19:30 | forum stadtpark saloon | eintritt frei | Lesung: .aufzeichnensysteme | Moderation: Stefan Schmitzer | IM GRÜNEN versammelt Serien von zweizeiligen poetischen Gebilden, die aus einem de/konstruktiven Verfahren gewonnen wurden: Es entsteht,  was stehen bleibt, pointiert die unter .aufzeichnensysteme firmierend Autorin die Genese ihrer Decollage. Destilliert aus umfangreichen von  .aufzeichnensysteme hergestellten (journalartigen) Prosatexten wurde das Material nach seiner Eignung ausgewählt, Potential als Projektionsfläche zu entfalten. Strukturiert nach „datum“, „zeit“, „wasser“ und „luft“ – gleichsam den Richtgrößen für einen Freibadbesuch –, gehen die ausgebreiteten Bruchstücke Allianzen ein, ohne dass bestimmte Begriffe hervorstechen. Nicht nur der unaufgeregte Ton gemahnt an Traditionen fernöstlicher Dichtung. Abgelöst aus ihren Kontexten erzeugen die collagierten Partikel bis ins Äußerste reduzierte Mikroerzählungen. Naturwahrnehmungen, Betrachtungen von Alltagsdingen und reflexive Einsprengsel erscheinen als dialektische Walnusshälften oder als Schalen ohne metaphorischen Kern. Solche Gestaltungsweisen forcieren ein für den Leser gleich inspirierendes wie meditatives Spiel mit Sinnreservoirs opaker Ausgangstexte und neuen Potenzen, die jeweils eigene Erfahrungen wachzurufen vermögen. Mit „im grünen“ entwickelt .aufzeichnensysteme eine fluide Form der Kurzschrift, die Abgründe der Gegenwart nicht durch vorschnelle Sinnstiftung kaschiert, sondern in dichterischer Immanenz erfahrbar macht.
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.aufzeichnensysteme bezeichnet seit 2002 den Arbeitsansatz an der Schnittstelle von schriftlicher, zeichnerischer, technischer, leiblicher Aufnahme und Wiedergabe (sehen / hören / sprechen / fühlen). .aufzeichnensysteme vereint die im Austausch stehenden Disziplinen Literatur, visuelle / Medienkunst, performative und akustische / radiophone Kunst und inszeniert u.a. Schreibmaschinen, Diktaphone und Projektoren als Aufzeichnen-Geräte. Das Aufzeichnen (im Unterschied zur Aufzeichnung) betont die Transitivität und Intermedialität eines Werkes im Zusammenspiel mit seiner Rezeption.