rezension zu poliziano, roth (üs): sylva in scabiem // wald aus krätze

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Vorneweg die vollständige Offenlegung: Der Rezensent hat selber auch ein Buch bei hochroth. Die Nischenmärkte für Geschriebenes, sie sind ein Dorf. Also: Alle zusammengenommen nur eines. Da hilft nichts.

Das schmale Buch, mit dem wir es zu tun haben, heißt „Sylva in scabiem“ / „Wald aus Krätze“; der Verfasser des Ausgangstexts war der italienische Gelehrte und (zeitweise) Hofdichter Lorenzo di Medicis, Angelo Poliziano; Übersetzer, Herausgeber und Verfasser des umfangreichen Nachworts ist der Literaturwissenschaftler Tobias Roth. Da erscheint also 2016, und nicht in einem universitären Forschungszusammenhang, sondern in einem kleinen Publikumsverlag für v. a. anspruchsvollere zeitgenössische Literatur, eine Übersetzung aus dem Lateinischen des Quattrocento. Diese Einreihung kommt für sich genommen schon einmal der Behauptung einer Doppelthese gleich: Erstens, dass, was Polizianos „Wald“ besonders auszeichne, ebenfalls eine „Zeitgenossenschaft“ sei – bloß eben nicht eine Zeitgenossenschaft des einundzwanzigsten, sondern des fünfzehnten Jahrhunderts – und zweitens, dass die formalen Merkmale und Kontextmarker dieser beiden Zeitgenossenschaften einander ähnlich wären. (Zurecht nur indirekt … [weiteresen auf fixpoetry]