BESERL PARK COLLAGE

live impro lese setting mit musikalischen elementen von evelyn bubich, stefan schmitzer und simon scharinger für den kultursommer wien 2026 (24. juli, 18:30 uhr, reithofferpark)

Beserlpark war ursprünglich der Spottname für eine dürftig bepflanzte Parkanlage am Franz-Josefs-Kai, angelegt 1860, nach dem Abriss der Stadtmauer. Heute bezeichnet der Begriff kleine, oft übersehene Parks – öffentliche Kulissen von Normalität, Kleinbürgerlichkeit, Alltag – wie sie an vielen Orten in Wien zu finden sind. Normalität, Alltäglichkeit, Übersehenwerden sind denn auch die Stichworte für die Beserl Park Collage.

Unser Ausgangspunkt ist das Bild einer Parkbank, auf der Fremde – oder bestenfalls flüchtige Bekanntschaften, die miteinander bloß das Grätzel teilen, das sie bewohnen – temporär nebeneinander zu sitzen kommen: um aneinander vorbeizureden – um einander ggf. misszuverstehen – um Küchenpolitik und Küchenpsychologie zu betreiben – um Einigkeit herzustellen, über deren Grundlagen man zu genau nicht nachdenkt – um, wie durch Fenster, in die voneinander sonst scharf getrennten Welten einer Nachbarschaft zu schauen … Die Möglichkeiten, die uns dieses Bild der Parkbank eröffnet, reichen von den hochliterarischen Bezügen auf städtische Parks bei Benjamin, Duras oder Simmel bis z. B. zu Elizabeth T. Spiras Alltagsgeschichten.

Improvisiert und collagiert wird mit dreierlei Material: mit Stücken eigener Texte der Autor*innen, mit Musik, und mit Fragmenten von uns dokumentierter sprachlicher Alltagsartefakte. Letzteres – Fragmente von uns dokumentierter sprachlicher Alltagsartefakte – meint, dass Fremdmaterial sammeln: gehörte Gesprächsfetzen aus der U-Bahn, aus dem Beisl, aus dem Beserlpark in unseren eigenen Nachbarschaften, skurrile Werbungen, Aushänge, Graffitis, und was es sonst noch an Beispielen für geschriebenen Text im öffentlichen Raum gibt …