• zwischen undiagnosed und den zeiten …

    hatte grad die druckfahnen zum nächsten perspektiveheft in der hand. für das hat sich beim umschlaggestalter der titel oder das motto DAZWISCHEN herauskristallisiert, und mein editorial, das ich zu überprüfen hatte, geht da natürlich drauf ein … und dann war noch platz auf der einen seite drunter. also hab‘ ich im netz nach einem passenden doofschlauen bildchen gesucht, um das DAZWISCHEN noch bisschen zu akzentuieren, mit slightly apokalyptischem nachhall, wie er den texten und ihrer einordnung durch mich gerecht würd‘ (weil: woran mach‘ ich das ZWISCHEN fest? am zustand der welt ZWISCHEN den kriegen, ZWISCHEN den wahnsinnigen an der macht … das da oben war, worauf ich mich dann mit mir verständigt hatte („undiagnosed, but something ain’t right“), und das hier unten wär der erste Gedanke gewesen (das cover der letzten oder vorletzten nummer jener evangelischen theologiezeitschrift namens „ZWISCHEN den zeiten“, die es 1933 angesichts der frage, wie theologisch mit dem arierparagraphen umzugehen sei, zerrissen hat …)

    … hab’s dann so oder so bleiben lassen, das vorzuschlagen, um nicht von den texten abzulenken, dh. ihre lesbarkeit nicht durch psychiatrisch-lustige bzw evangelisch-ernstliche kleckse im denken der lesenden einzuschränken.

    jetzt nachher laden die zwei verantwortlichen herausgeber*innen dazu ein, auf ein buch anzustoßen, und ich geh‘ hin.

    und sonst? – sonst hab‘ ich jetzt 2 1/2 tage damit zugebracht, in alten fotos und sonstigen daseinszeugnissen der familie meines vaters zu wühlen, sie auszusortieren und verschiedenen zwecken und empfänger*innen zuzuordnen. staubig, das. jetz ist gut.


  • herbst 26, eröffnet.

    dies ist ein katzenfoto, weil: internet. und dieses andere der erster eintrag in einen blog, weil: cory doctorow sagt i/wo, ihm nutzt das, um seine gedanken zu strukturieren, so ein halböffentliches tagebuch zu führen. probiere ich jetzt auch.

    gestern war die a. bei mir im garten und hat in kleiner runde über film noir referiert, weil das ist ihr diplomarbeitsthema; und im anschluss haben wir uns zur illustration „double indemnity“ angeschaut. wir haben gelernt: erstens, film noir ist KEIN genre, denn dazu würde es eine art von selbstgewissheit brauchen, über die noir nicht von vornherein verfügt hat; der begriff legt sich im nachhinein über einen vorrat von filmen, die zu einer bestimten zeit bestimmte eigenschaften hatten, und verändert im nachhinein ihre lesbarkeit; zweitens, wenn’s schon ein genre sein soll, dann isses ein queeres genre, entstanden beim unterlaufen des hayes-produktionscodes durch symbolische, stilisierte erzählweise („rauchen bedeutet immer was mit sex“ u.a. …) dass a. auch sagt, sie finde die distinktion zwischen noir und neo-noir nutzlos oder unsinnig, reizt mich, respectfully, zum widerspruch; naTÜRlich gibt’s einen unterschied: das eine sind die filmischen ausdruckstechniken, die in opposition zu einem historisch kontingenten set von ideologischer kontrolle und machtweltscheiße entwickelt werden, in einer verschwörung zw. publikum und filmleuten gegen die zensor*inn*en; das andere, neuere, sind kunstäußerungen, die sich dieser so entstandenen techniken bedienen, und die die spuren jener kontingenzen tragen, aber die in einer welt stattfinden, wo die kontroll- und machtweltscheiße sich verändert hat: dissindez und nostalgie; dissidenznostalgie. müsste man genauer reden. müsste ich mehr lesen.

    abe auch das gefühl, solche gespräche, solche differnzen sind mir vor 10 jahren mal nützlicher erschienen (was vielleicht an a. ihrer burschikosen art liegt, das alles ostentativ nicht ZU wichtig zu nehmen): welche strategische dringlichkeit haben fragen WIRKLICH, die auf die vorberitung neuer sichere samizdat-kanäle und -ästhetiken hinauslaufen, da kickl ante portas, und kunasek schon landeshaupt*, und wahl in saxnanhall, und trump und und? …

    habe den tag mit NICHTS als eitlem NICHTS verbracht. sollte das editorial für die nächste perspektive schreiben. UND den antrag für jene eine aktion anfang 2027 [TBA] fertig zusammenlöten. UND mich in zeug einlesen, das ich demnächst brauche. statt dessen kochen, räumen, ausdauerlauf in der wohng, weil gewitterwarnung, während im ‚puter „ted lasso“ läuft.

    gilt der 2. september als herbst? dann ist herbst.