Sprachraum und Auffassungsunterschied

2020 erschien bei Limbus Preziosen das Märchen-Triptychon „Der gute Bruder Ulrich“ von Marlen Haushofer, wohl auch anlässlich des aktuellen hundertjährigen Geburtsjubiläums der Autorin, versehen mit einem lesenswerten Nachwort von Herausgeber Markus Bundi. Zu jenem Buch (das auf Fixpoetry bereits von Marcus Neuert besprochen wurde) gibt es aber auch einen kurz zuvor erschienenen Sekundärband aus der Feder Bundis: „Begründung eines Sprachraums. Ein Essay zum Werk von Marlen Haushofer„. Mit diesem Begriff – „Sprachraum“ – nähert sich der Linguist und Philosoph Bundi den im Werk Haushofers auf besondere Weise gesetzten Sprech-Situationen – ihren mehrfachen Rahmenkonstruktionen, den klarer als bei anderen Autor*innen definierten Ebenen zwischen Erzähler*in, Leser*in, Protagonist*in und ontischer Autorin – als einem wesentlichen Charakteristikum ihrer Prosa. Wir müssten, so Bundis zentrale und plausibel belegte These, Haushofers Texte von der Begründung des Sprachraums im jeweiligen Narrativ her lesen.

Auch sind die literarische Referenzmodelle, die Bundi auf Haushofer anwendet, (mir) neu, kenntnisreich gewählt und aufschlussreich (die erste Konsequenz der Lektüre seines Aufsatzes für mich war, … [Weiterlesen auf Fixpoetry]


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