Der Klappentext erklärt, worum es sich handelt:
„(…) Die als Poller gelesenen Stehtexte stecken in einem Botaniksubstrat, das 2009 angelegt wurde: ein innovatives Verfahren im Textrecycling (…). Poller. Idyllen stellt bukolische Szenen, wie sie Theokrit sammelte, in Medienbildern und Lebenswelten der Gegenwart frei. Details dienen als Zeitstempel und Gelenke zugleich. (…)“
Das heißt: Etwa das untere Fünftel jeder Seite füllt jener fortlaufende Essay der Autorin von 2009 mit wucherndem, assoziativem Nature Writing, umfassend sowohl die Einfühlung in z.B. keimende Pflanzen als auch die Reflexion solcher Einfühlung. Besondere Berücksichtigung erfährt dabei die Frage, welche Sorte gerichteter organischer Prozesse unter bewusster Handlung zu verbuchen sei und welche andere Sorte als bloßer Stoffwechsel, Wachstum, fast noch Chemie zu gelten habe:
„Bevor wir ueber die Erinnerung und das Gefuehl fuer Identität bei den Pflanzen sprechen, sollten wir ein paar Worte verlieren ueber die qualität dieser Zustände in der Ihnen aus eigener Anschauung ueberpruefbaren Form des menschlichen Bewusstseins. Dieses bietet eine anschauliche Grundlage fuer Ihre versuche, sich in das Bewusstsein der Pflanzen spekulativ einzufuehlen.“
Der Essay endet in dem schönen, an den Persephone-Mythos gemahnenden Bild, dass die Toten (unter der Erde) mit den Lebenden (am Licht heroben) vermittels der Blüten der sie verstoffwechselnden Pflanzen in einseitiger Kommunikation begriffen seien.
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