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Zwei auf genau analoge Weise beinahe hervorragende Horrorfilme sind 2025 in den Kinos gewesen. Sie verblieben bloß beinahe hervorragend aus dem gleichen, blöden, vermeidbaren, dabei hoch instruktiven Grund. Es geht erstens um »Sinners« (bei uns »Blood & Sinners«), ein auf Michael
B. Jordan zugeschnittenes Projekt von Ryan Coogler, und zweitens um »Weapons« von Zach Cregger mit Julia Garner und Josh Brolin in den Hauptrollen. Beide Filme haben das Potential, für ihr jeweiliges Subgenre stilbildend zu werden, denn beide bringen mit ihrer jeweiligen Formen-sprache die Schrecken eines je distinkten sozialen Verhältnisses der Vergangenheit (der USA) klar auf einen (der USA) sehr gegenwärtigen Punkt.
Im Fall von »Sinners« betrachten wir, durch die Linse eines Gangster- und Vampirfilms ungefähr im Format von »From Dusk Till Dawn« (R. Rodriguez 1996), das moralische und kulturelle Universum von share croppers im Mississippi der 1930er-Jahre. Will sagen, »Sinners« benutzt die gleiche Struktur wie Rodriguez‘ hohl-cooler Actionfilm damals, bei der ein Gangsterfilm sich ca. auf halber Strecke unangekündigt in ein Vampir-Vehikel verwandelt – hat aber, im Gegensatz zu »From Dusk Till Dawn«, tatsächlich etwas zu sagen.
»Weapons« dagegen ist die nonlineare, (nicht genau, aber ungefähr) nach Rashomon-Art dekonstruierte Version des Märchens von der Kinder fressenden Hexe im Setting einer zeitlosen amerikanischen Suburb – »zeitlos«, weil: es gibt heutige Autos, aber scheint‘s keine Mobiltelefone, die Fassaden sind heutig, die Interieurs nicht genau zuordenbar, usw. Alle möglichen »unschuldigen« architektonischen Elemente in »Weapons« weisen auf die sozialen Horizonte weißer Mittelstands-Abstiegsangst: Autoabhängigkeit; die Isolation in den Einfamilienhäusern, zwischen denen es keinen öffentlichen Raum mehr gibt …
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