Zu Asja Bakić, „Mars“

Das Mindeste, was sich über die zehn Erzählungen der kroatischen Autorin Asja Bakić (ins Deutsche übertragen von Alida Bremer) sagen lässt, ist, dass die Sammlung Mars auch solche Leser nicht langweilen wird, die normalerweise fetten Romanen oder, gegenläufig, Gedichten und experimentellen Formen den Vorzug geben: Der Band ist einerseits romanhaft auf das Durcharbeiten von zwei Motiven – oder zwei Seiten eines Motivkomplexes – hin organisiert; andererseits geben die einzelnen Prosastücke auch formal mehr her, als dem Mindestanspruch zu genügen. Keiner der Texte ist völlig frei von Genre-Elementen verschiedener Subkontinente der Fantastik, doch die je aufgerufenen Genrekonventionen dienen hauptsächlich als Set-up-Vehikel, und häufig ist die Vermittlung zwischen »hoher Literatur« und (Genre-)Wirklichkeit nicht einfach Subtext, sondern greifbarer Gehalt der Geschichten. 

Das geht, weil Literatur nicht nur Bakićs Medium […]

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