zu Thomas Ballhausen, „Das Mädchen Parzival“

Es gibt in Thomas Ballhausens Gedichtband „Das Mädchen Parzival“ eine „behauptete“ oder, sagen wir, äußerliche Struktur, die sich in den Kapitelüberschriften – „Karbon, Kartografie“, „Postantike“, „Das Mädchen Parzival“, „Genealogie“, „Instabile Elemente“ –, den Fotografien Chris Sauppers und über die basalen Eigenschafen der einzelnen Gedichte vermittelt. Beginnen wir damit, diese nachzuzeichnen:

Der erste Abschnitt, „Karbon, Kartografie“, trägt im Namen den Anspruch, das in weiterer Folge zu bespielende Feld zu umreißen und seine features zu datieren. Die Gedichte selbst sind dann kurze, verrätselte Liebestexte, denen das lyrische Ich, das Du-Objekt und der (je gegenwärtig) unerreichte Sehnsuchtszustand „Wir“ gemeinsam ist … aha! – „Minne“, Säkularmystik, als Ursprung von Lyrik,  also zumindest der nun folgenden Lyrik … es gehe um den Abgrund zwischen verabsolutierter Liebe und ihren notwendig zu relativierenden Ausdrucksarten …

Abschnitt zwei, „Postantike“: klar, oder? – Nichts Neues seit Homer. Oder explizierter: Es bekomme die Problemstellung der Liebesmystik, der Abgrund zwischen erleben und sagen, eine Lösung verordnet, nämlich das Fortwirken der „klassischen“ …

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